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Weapons of Victory: T-34 'Lidice'
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Heute fahren wir mit unserer Artikelserie 'Weapons of Victory' fort, bei der wir euch verschiedene einzigartige Fahrzeuge vorstellen möchten, die anlässlich des nicht in allzu weiter Ferne liegenden Tags des Kriegsendes in Europa ihren Weg in das Spiel finden werden.


Im Jahr 1940, nach der Schaffung des Protektorats Böhmen und Mähren, versuchte die tschechoslowakische Exilregierung in London England und Frankreich davon zu überzeugen, das Münchner Abkommen zu widerrufen und eine Garantie darauf zu geben, dass die tschechoslowakische Unabhängigkeit nach dem Krieg wiederhergestellt würde. Die britische Führung war mit dem Widerstand, den die Tschechoslowaken im neu geschaffenen Protektorat leisteten jedoch nicht zufrieden und wollte daher einen Beweis für den Willen, gemeinsam gegen Nazi-Deutschland zu kämpfen.

T-34 mit "Lidice"-Abzeichen

1941 ernannte Adolf Hitler einen neuen Reichsprotektor – den faktischen Herrscher über das Protektorat. Er wählte den SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich, einen hochrangigen Nationalsozialisten und einer der Hauptorganisatoren des Holocaust. Kurz nach seiner Amtseinführung erklärte Heydrich das Kriegsrecht und paralysierte den tschechoslowakischen Widerstand durch standrechtliche Hinrichtungen und Massenarreste. Danach verfolgte er die Strategie von Zuckerbrot und Peitsche – er stellte Arbeitern soziale Vorteile in Aussicht, aber er ließ jeden, der nachweißlich nicht loyal gegenüber Nazi-Deutschland war, gefangen nehmen, foltern oder gleich hinrichten. Die tschechoslowakische Exilregierung reagierte, indem sie den Mordversuch an Heydrich genehmigte. Die Operation namens Anthropoid (Menschenaffe) sollte von zwei Soldaten durchgeführt werden - Jozef Gabčík und Jan Kubiš. Am 28. Dezember 1941 wurden die beiden über dem Protektorat zusammen mit sieben anderen Soldaten der ehemaligen Tschechoslowakei per Fallschirm abgesetzt um die Mission durchzuführen.

Am 27. Mai 1942 war Heydrich auf dem Weg von seiner Residenz in Prag- Libeň zu seinem Büro im Prager Schloss. Als sein Mercedes Cabrio eine enge Haarnadelkurve in der Nähe des Krankenhauses Bulovka erreichte, sprang Gabčík vor das Auto und zielte mit seiner Sten-Maschinenpistole auf Heydrich, nur um Sekundenbruchteile später feststellen zu müssen, dass die Waffe klemmte. Heydrich zog seine Pistole um sich gegen die Angreifer zu wehren, aber in diesem Moment warf Kubiš eine Granate auf das Auto. Beide Angreifer flüchteten und der von Splittern schwer verwundete Reichsprotektor erlag am 4. Juni seinen Verletzungen. Im Gegenzug wurde erneut das Kriegsrecht ausgerufen. Die GeStaPo nahm die Ermittlungen auf und erkannte Lidice und Ležáky als die Orte, in denen sich die beiden Fallschirmjäger höchstwahrscheinlich verstecken würden. Am 9. Juni wurden alle männlichen Erwachsenen von Lidice erschossen, während Frauen und Kinder in Konzentrationslager verbracht wurden. Ležáky ereilte ein noch schlimmeres Schicksal: Am 24. Juni wurden alle erwachsenen Einwohner hingerichtet und die zurückgebliebenen Kinder in Konzentrationslager verbracht. Beide Orte wurden anschließend dem Erdboden gleich gemacht.

Heydrichs Angreifer suchten mit fünf weiteren Fallschirmjägern in der Krypta der Karl-Borromäus-Kirche (seit 1945 Kirche St. Cyrill und Method) in Prag Zuflucht, wurden aber von einem Gleichgesinnten verraten - dem später dafür heilig gesprochenen Bischof Gorazd (mit bürgerlichem Namen Matěj Pavlík). Alle Fallschirmjäger starben in einem zwei Stunden anhaltenden Feuerkampf mit 750 SS-Truppen. die die Kirche belagert hatten – drei von Ihnen starben im Kampf, während der Rest Selbstmord begann.

Lidice vor und nach der Zerstörung

Obwohl der Preis sehr hoch war, so war die Ermordung von Heydrich ein Erfolg. Großbritannien und Frankreich widerriefen das Münchner Abkommen und erklärten, dass die Tschechoslowakei nach dem Krieg ihre Unabhängigkeit wiedererlangen solle.

Die Zerstörung der beiden Städte sorgte für weltweite Empörung. Waren die beiden Städte zuvor noch vollkommen unbekannt, kannten ihre Namen nun Millionen von Menschen auf der ganzen Welt. Britische Arbeiter gründeten die Stiftung „Lidice soll leben“, deren Ziel es war Geld für den Wiederaufbau der Stadt zu sammeln. Nur zwei Tage nach der Tragödie änderte die Stadt Stern Park in Illinois ihren Namen in Lidice, was ihr die mexikanische Ortschaft San-Jeronimo-Aculco im August 1942 gleich tat. Selbst Kinder (hauptsächlich Mädchen) wurden Lidice genannt.

Die stärksten Reaktionen kamen, selbstverständlich, von tschechoslowakischen Soldaten, die in anderen Armeen den Kampf fortführten, sowie von der Exilregierung in London. Der tschechoslowakische Präsident im Exil, Edvard Beneš, verlieh Lidice symbolisch das „War Cross“, während Soldaten und Piloten ihren eigenen Weg fanden den Gefallenen ihre Ehrerbietung zukommen zu lassen. Tschechoslowakische Bomberbesatzungen der RAF malten auf ihre Bomben „Für Lidice“ und „Für Ležáky“, während Soldaten, die in der sowjetischen Armee dienten, Geld sammelten um Panzer mit den Aufschriften Lidice und Ležáky zu versehen. Einer dieser Panzer, ein T-34 Model 1943 mit der Aufschrift ‘Lidice’, absolvierte viele Kampfeinsätze und wurde mehrfach kampfunfähig geschossen, kehrte aber jedes Mal nach Reparaturen zurück auf das Schlachtfeld. Heute wird er im Militärtechnischen Museum in Lešany ausgestellt.


Im Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkriegs werden wir das "Lidice"-Abzeichen hinzufügen:


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