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Kurzgeschichten der Marine: Teil 2
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Geschichte der Seeschlachten -  Teil 1 - Teil 2 - Teil 3

Historische Marinekurzgeschichten - Teil 1 

A Coastal Forces Anthem

Von John Moore
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To the tune of “Auld Lang Syne”:

Should coastal forces be forgot
And ever brought to mind
Those days at sea on M.T.B’s
The finest of their kind

On M.G.B.’s and M.L’s too
We guarded England's shores
And chased the E Boats out of sight
Until they were no more

The boats of wood and men of iron
The greatest crews afloat
The finest mates we’ve ever had
On the coastal forces boats

We will remember all the crews
Who never made it home
And shipmates that have crossed the bar
They will never walk alone


Von einer  Roderick Timms, MTB captain gewidmeten Webseite


Single Attack
British Power Boats "seventy-one-foot-six" MGBs. Von John Moore

Die Royal Navy begann den Krieg mit einer kleinen Anzahl an schnellen U-Jagd-Motorbooten (Motor Anti-Submarine Boats kurz MASB), hergestellt von British Power Boats, aber nach der Niederlage Frankreichs gab es kaum Bedarf an der küstennahen U-Jagd und die deutschen S-Boote, die an der besetzten französischen Küste stationiert waren, stellten eine größere Bedrohung dar. Die MASB wurde daher zu reinen Motor Gun Boats (MGB) umgebaut, um die S-Boote bekämpfen zu können. Die Bewaffnung war Anfangs ein Problem; nur drei der Boote der 6th MGB Flotilla unter Lieutenant Commander Robert Hichens besaßen eine 20-mm-Kanone, die anderen nichts schwereres als 7,7-mm-MGs, einige hatten einen Turm der Flugzeuge von Boulton & Paul (welche jedoch nicht für den Seekrieg gedacht waren, die armen Schützen wurden zum Schutz der Elektronik vor Wasser im Turm versiegelt).

Die Bewaffnung wurde langsam verbessert und Hichens wurde zur 8th MGB Flotilla versetzt, mit neuen, etwas größeren "seventy-one-foot-six"-Booten mit stärkerer Bewaffnung: eine 2-Pfünder Pom-Pom am Bug und eine Zwillings-20-mm-Kanone am heck, effektiv gegen die S-Boote. Sie waren weniger ideal gegen größere Ziele, aber Hichens machte viel Druck um seine Boote mit leichten Torpedos ausstatten zu können. In der Zwischenzeit hatten sie noch eine schwerere Bewaffnung aus der MASB-Zeit: Wasserbomben. Ein Angriff auf ein Schiff mit Wasserbomben war risikoreich und bedeutete für das MGB den Kurs des Ziels in nur geringem Abstand mit hoher Geschwindigkeit zu kreuzen um der Detonation zu entgehen, aber das schreckte keinen der schneidigen Kapitäne der MGBs.

Im Oktober 1942 entdeckten vier MGBs der 8. Flottille vier deutsche Trawler und und führten einen "Attack Single" aus. Dies war ein geplantes Manöver, in welchem drei der MGB die Trawler mittels ihrer Geschütze von der Seite angriffen, um so die Aufmerksamkeit vom vierten MGB abzulenken. Im MGB 78 warf George Duncan seine Wasserbombe ab und konnte damit einen der Trawler versenken. Dabei wurde er aber vom Abwehrfeuer der Trawler tödlich getroffen und seine Besatzung wurde gefangen genommen, als MGB 78 auf eine Sandbank auflief. Ab Juli 1943 wurden die MGBs mit Torpedos ausgerüstet. Hichens konnte die Vorteile der Torpedos allerdings nicht mehr miterleben, da er während eines Einsatzes im April ums Leben kam. 

Quelle:

“Gunboat Command: The Biography of Lieutenant Commander Robert Hichens”, Anthony Hichens​


Tiger, Tiger, brenne hell

Schnellboot S-130 , Klasse S-100. Von John Moore.

Die Alliierten führten an den Slapton Sands in der Tor Bay Landungsübungen zur Vorbereitung der geplanten Landung in der Normandie durch. Als die Landungsboote langsam zum Strand pflügten, tauchten plötzlich 9 deutsche Schnellboote der 5. und 9. Flottille aus Cherbourg auf, die mit 36 Knoten durch das Wasser schnellten. Als sie bei der Einfahrt zur Lyme-Bucht die alliierten Schiffe entdeckten, gingen sie in Angriffsformation und griffen die hilflosen LST (Landing Ship Tank; größter Landungsschiffstyp) von einer 2 Uhr Position aus an. Bei ihrem Anmarsch auf die LST, sorgten die für Verluste unter den kleineren, dort befindlichen Wasserfahrzeugen. Letztendlich konnten sie eines der LST versenken und einen Minenräumer mit einem Torpedo treffen. 

Die deutschen Schnellboote verursachten beim Eintreffen bei den 120 Meter langen LST eine geradezu verblüffende Panik und ein völliges Chaos. Dabei schossen sogar einige der LST aufeinander. Am Ende waren sechs Landungschiffe durch eine Kombination aus Torpedos, Kanonenfeuer und Friendly Fire versenkt. Diese Aktion konsternierte die Planer des D-Days und sie befürchteten bei einem bekannt werden um die alliierte Moral. Darum wurden die Verluste von "Operation Tiger" bis zum D-Day unter Verschluss gehalten. Die Verluste wurden dann den dortigen Landungsoperationen hinzugefügt. 

Schnellboot S-130, ein Boot der S-100 Klasse, hatte eine außergewöhnliche Karriere. 1943 in Auftrag gegeben, war es Teil einer der bemerkenswertesten Schnellboot-Einsätze des Krieges, dem Angriff auf "Übung Tiger". Ein Konvoi von Landungsschiffen beförderte dabei US-Soldaten und Fahrzeuge nach Slapton Sands, der den Strandabschnitt "Utah" darstellte. Nachdem der Konvoi aber von Aufklärungsmaschinen der Luftwaffe entdeckt wurde, wurden S-130 und acht weitere Schnellboote unter dem Kommando von Korvettenkapitän Bernd Klug zum Angriff ausgesandt. Im Schutz der Nacht konnten die Schnellboote den Konvoi ausmachen und gingen auf Angriffskurs. Mittels Torpedobeschuss konnten zwei Landungsschiffe versenkt und weitere beschädigt werden. In der nun ausbrechenden Verwirrung konnte der Verband entkommen. Bei diesem Angriff kamen 639 Soldaten und Matrosen ums Leben, das ist das vierfache der tatsächlichen Verluste beim Angriff auf "Utah" im Juni.  

S-130 überlebte den Krieg, da es sich beim alliierten Vorrücken entlang der Küste nach Osten zurückzog. Nach der Kapitulation war es eines von mehreren Schnellbooten, die von der Royal Navy zu Testzwecken in Dienst genommen wurde. Anschließend kehrte es nach Deutschland zurück und diente beim "British Baltic Fishery Protection Service", einer Tarnorganisation des MI6, die Informationen über die sowjetische Flotte sammelte und Agenten in den baltischen Staaten aufbaute. 1956 wurde die deutsche Bundesmarine neu aufgestellt und 1957 kehrte S-130 als Hochgeschwindigkeits-Trainingsboot in die deutsche Marine zurück. 1991, nach nicht weniger als 48 Jahren treuen Dienstes, wurde sie endgültig außer Dienst gestellt. Einige Zeit lang diente sie als Hausboot und wurde 2009 von Kevin Wheatcroft erworben. Im Augenblick wird sie restauriert und in den Zustand von 1943 versetzt. 

Quellen:

British Military Powerboat Team siteBBC News


Chariots of Fire
Fairmile D von Mark Barber.

In der Nacht vom 28. März 1942 fand einer der kühnsten Kommandooperationen des Zweiten Weltkriegs statt. Operation Chariot. Das Ziel des British Combined Operations Headquarter war dabei das Trockendock von St. Nazaire an der französischen Westküste. Dieses war in der Lage, jedes deutsche Kriegsschiff zu reparieren, auch die gefürchtete Tirpitz. Der in die Jahre gekommene Zerstörer Campbelltown wurde dazu mit Sprengstoff und Kommandosoldaten vollgepackt und sollte im Schutz der Nacht über den Kanal laufen und dort die Tore des Docks rammen und anschließend mit dem an Bord befindlichen Sprengstoff in die Luft jagen. Als Eskorte dienten mehrere kleinere Schiffe, eines davon war MGB 314, ein Motor Gun Boat des Typs Fairmile D.

MGB 314 diente dabei als Hauptquartier der Operation, wurde aber wegen seiner geringen Reichweite (Es konnte nicht aus eigener Kraft den hin-, und zurücklaufen.) von einem der Zerstörer der Einsatzgruppe in Schlepp genommen. Mit Annäherung am Ziel, setzte sich MGB 314 dann aber aus eigener Kraft an die Spitze der Formation. Als die britischen Schiffe den deutschen Sperrbereich erreichten, wurde von ihm mittels Lichtsignalen die Aufforderung zur Identifikation übermittelt.  MGB 314 antwortete zwar auf diese Aufforderung, der Bluff ging aber nicht lange gut und innerhalb weniger Minuten wurde vom Hafen aus allen Rohren auf die Kommandogruppe gefeuert.  MGB 314 erwiderte ununterbrochen das Feuer auf die deutsche Küstenverteidigung und die britischen Schiffe fuhren in den Hafen ein. Die Campbelltown erfüllte ihre Aufgabe und die britischen Kommandos wurden in schwere Feuergefechte mit den deutschen Verteidigern verwickelt. MGB 314 ging längsseits und der Kommandeur der britischen Kommandosoldaten, Lt Col Newman, sprang über Bord um seine Männer ins Gefecht zu führen. Auch der höchste Marineoffizier ging an Land um sicherzustellen, dass die Campbelltown fest mit den Toren des Docks verkeilt war. Als er zu MGB 314 zurückkehrte, war dieses bereits dabei verwundete Seeleute und Kommandosoldaten  aufzunehmen, dabei schoss es aus allen Rohren auf die deutschen Stellungen.

Der Angriff war erfolgreich und MGB 314 war eines der überlebenden Schiffe, die sich unter schwerem Feuer zurückziehen konnten. Allerdings musste es später wegen seinen schweren Gefechtsschäden versenkt werden. Gegen Mittag explodierte der in der Campbelltown gelagerte Sprengstoff und die Tore des Docks wurden dabei zerstört. Die Campbelltown riss dabei etwa 40 hochrangige deutsche Offiziere mit in den Tod, die das britische Schiff gerade untersuchten.  Cdr Ryder war einer der Männer die für seine Leistungen in dieser Operation das Victoria Cross erhielten. Ein weiterer war Able Seaman William Savage, einer der Deckschützen von MGB 314. Er starb auf seinem Posten, aber sein präzises Feuer auf die deutschen Geschützstellungen ermöglichte erst den Rückzug.

Quellen:

https://www.victoriacrossonline.co.uk/william-a-savage-vc/4588162380
https://www.operation-chariot.org/mgb314.html
https://www.historylearningsite.co.uk/world-war-two/war-in-the-atlantic/the-1942-raid-on-st-nazaire/
https://www.combinedops.com/St%20Nazaire.htm​


Eine Rettung unter Feuer

In der Nacht zum 10. September 1942 waren deutsche Schnellboote entlang der britischen Küste im Einsatz. Drei  70 Fuss MGBs, geführt von Lt. Horn; DSC, RN, fingen dabei einer der Schnellbootgruppen ab und verfolgten sie über die Nordsee in Richtung Osten. 

Mit anbrechender Dämmerung waren Horns Kanonenboote durch Gefechtsschäden bereits verlangsamt und sie verloren die Fühlung mit den deutschen Booten. Zu diesem Zeitpunkt erreichten die deutschen Schnellboote einen Sammelpunkt und zwei weitere deutsche Gruppen schlossen sich ihren Kameraden an. Mit aufziehendem Tageslicht sahen sich die vier britischen Fairmiles einer Übermacht von neun deutschen Booten gegenüber und das Gefecht begann erneut. Diesmal mit umgedrehten Verhältnissen. Eines der britischen Schiffe wurde im Triebwerksraum getroffen und erlitt einen Triebwerksausfall und geriet zusätzlich noch in Brand. Zwei weitere britische Boote erlitten Treffer, aber auch die Deutschen wurden schwer getroffen. Eine weitere Gruppe Schnellboote schloss sich an und nun operierten 12 deutsche Boote im Halbkreis um das havarierte britische Schiff. Dieses erwiderte aber noch immer das Feuer auf die etwas 450 Meter entfernten Gegner. Aber die Verluste stiegen rapide an. .An diesem Punkt entschloss sich eines der alliierten Boote zu einem Rettungsversuch. Unter dem Feuer der 12 Schnellboote ging es längsseits zu seinem verkrüppelten Kameraden und konnte die meisten der verbliebenen Seeleute retten. Eine kleine Gruppe war allerdings durch das Feuer im Funkraum eingeschlossen. Thorpe, der Kommandeur des Rettungsbootes erhielt für seine Bemühungen das DSO. 

Mit Dank an - World War Two - The War at Sea

https://www.39-45war.com/mgb.html


21. Juli 1943 - Scharmützel auf dem Asowschen Meer

Die Kanonenboote Projekt 1124 der UdSSR wurden in der zweiten Phase des zweiten Weltkriegs sehr erfolgreich gegen deutsche, italienische und rumänische Marinekräfte eingesetzt.

Die Deutschen unternahmen einige erfolglose Angriffe auf dem Asowschen Meer. Küstenschläge durch Marine-Artillerie-Leichter (MAL) verursachten dabei nur leichten Schaden. Am 21. Juli 1943 stellten die Deutschen die Kanonenboote MAL-8 und MAL-11, sowie den Hilfsminenräumer R-166 ab, um endlich Ergebnisse zu erzielen. Die Sowjets waren aber gut vorbereitet. Zu Anfang versuchte der kleine Minenräumer R-166 die Deutschen zu behindern. Dabei verschoss er seine gesamte Munition, erlitt selbst aber nur geringe Schäden und hatte nur einen verletzten Matrosen.  

Letztendlich unternahmen die Russen einen Gegenangriff mit einer Gruppe auf drei Kanonenbooten der 1224 Klasse. Zwei MO Klasse Patrouillenboote dienten hierbei als Abschirmeinheiten. Während des Gefechts erlitten die Sowjets nur leichte Beschädigungen an den Patrouillenbooten und ein Kanonenboot des Typs erlitt ein Geschützversagen. 

Die Deutschen zogen sich nach mindestens zwei schweren Treffern aus den 76 mm Hauptgeschützen der 1224er, die schwere Schäden verursachten und drei Besatzungsmitglieder außer Gefecht setzten zurück. Auch MAL-11 wurde leicht beschädigt und hatte zwei Verletzte. Darum kann dieses Gefecht als Sieg für die Sowjets angesehen werden. Das Gefecht muss erbittert geführt worden sein, denn auf beiden Seiten kam es durch übermäßigen Gebrauch zu Geschützversagen. 

 


Euer Team von War Thunder!

 
 
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