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Panzerungsschutz des M1A2 SEP V3
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Hallo zusammen, heute werfen wir einen detaillierten Blick auf den Wannenschutz der neuen Abrams-Modelle — bewaffnet mit Waagen, einem Lineal und allen verfügbaren Daten, die uns vorliegen.

Wir beginnen damit, die Daten zu erläutern, die wir für die Erstellung der im Spiel vorhandenen Version dieses Panzers verwendet haben. Uns ist bewusst, dass die Wannenpanzerung des Abrams ein Thema ist, das intensiv diskutiert wird, daher möchten wir hier so gründlich wie möglich vorgehen.

Kurz zusammengefasst lautet unser Ergebnis: Es gibt Hinweise darauf, dass Änderungen an der Frontpanzerung der Wanne vorgenommen wurden — also legen wir direkt los!

Die Wannenfront: Projekte, Mythen und Fakten

Jede ernsthafte Verbesserung des Schutzes führt zwangsläufig zu einer Erhöhung des Gewichts eines Bauteils und/oder zu einer Veränderung seiner Abmessungen. So erhöhte beispielsweise der Wechsel zu abgereichertem Uran das Gewicht des Turms des M1A1 um 2.5 Tonnen, während der Turm des M1A2 SEP V3 über 4 Tonnen schwerer ist als der des M1A2. Bereits in den 1990er-Jahren war den Ingenieuren bewusst, dass der Schutz der Abrams-Wanne nicht mit der Entwicklung moderner Panzerabwehrwaffen Schritt hielt. Daraus entstanden Projekte wie der M1A3 Abrams mit veränderter Geometrie und vergrößerten äußeren Abmessungen. (Gemeint ist hierbei nicht der moderne Abrams, der sich aktuell in Erprobung befindet und voraussichtlich ebenfalls die Bezeichnung M1A3 erhalten wird.) Diese Entwürfe blieben jedoch reine Entwürfe und wurden niemals als realer Prototyp gebaut, da dies eine vollständige Neukonstruktion des vorderen Fahrzeugbereichs erforderlich gemacht hätte.

The M1A3, a 1990s project. The changes to the hull geometry remained on paper. Source: IMPACT OF LOADING DISTRIBUTION OF ABRAMS SUSPENSION ON TRACK PERFORMANCE AND DURABILITY
Der M1A3, ein Projekt aus den 1990er-Jahren. Die Änderungen an der Wannengeometrie blieben auf dem Papier. Quelle IMPACT OF LOADING DISTRIBUTION OF ABRAMS SUSPENSION ON TRACK PERFORMANCE AND DURABILITY
Locations of composite armor incorporating depleted uranium on five experimental vehicles. Source: Nuclear regulatory commission renewal license application for DU armor.
Positionen der Verbundpanzerung mit integriertem abgereichertem Uran an fünf Versuchsfahrzeugen. Quelle: Nuclear regulatory commission renewal license application for DU armor.

In den Jahren nach der Einführung des Abrams ins Spiel kamen immer wieder Diskussionen über eine mögliche Verstärkung seiner Wanne auf. Regelmäßig wurde dabei auf Dokumente verwiesen, die Uran-Einlagen in Prototypen auf Truppenübungsplätzen erwähnen, zudem wurden verschiedene Hypothesen über andere Methoden zur Verbesserung der Panzerung aufgestellt. In keinem dieser Fälle ließ sich jedoch eine verlässliche Bestätigung dieser Behauptungen finden. Auf Fotos der Wanne des SEP V3 erkennen wir allerdings deutlich eine neue Schweißnaht im Bereich des vorderen Panzerungspakets. Eine solche Naht war beim SEP V2 und früheren Varianten an dieser Stelle nicht vorhanden. Dies ist eines der wenigen direkten Indizien dafür, dass Arbeiten am Panzerungspaket der Wanne durchgeführt wurden.

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Eine weitere Schweißnaht ist an der Wanne sichtbar. Quelle:IMPACT OF LOADING DISTRIBUTION OF ABRAMS SUSPENSION ON TRACK PERFORMANCE AND DURABILITY

Auf der Waage

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M1A2 SEP V3

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M1A1 FEP

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M1A1

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M1A2

Gewichtsangaben auf Typenschildern der Türme bestimmter Varianten. Quelle: IMPACT OF LOADING DISTRIBUTION OF ABRAMS SUSPENSION ON TRACK PERFORMANCE AND DURABILITY

An diesem Punkt wird es besonders interessant. Wenn wir versuchen einzuschätzen, was sich intern genau verändert hat, stoßen wir unweigerlich auf die Frage des Gewichts. Das Gesamtgewicht der Wanne des SEP V3 ist zwar gestiegen, der Anstieg fällt jedoch minimal aus.

Es wurde viel Arbeit in den Abgleich aller verfügbaren Quellen investiert, allerdings konnten wir keinen verlässlichen, konkreten Gewichtsunterschied zwischen den früheren Versionen und dieser Variante feststellen. Das Problem liegt nicht in unzureichenden Daten, sondern darin, dass sich der Panzer selbst kontinuierlich verändert hat. An einer Stelle wurde Gewicht eingespart, während an anderer Stelle neues Gewicht hinzu kam.

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Ein gutes Beispiel dafür ist der Wechsel zu schwereren Drehstäben, der gleichzeitig mit dem Austausch der Stahlhalterungen der Schwingarme gegen leichtere Aluminiumvarianten einherging, wodurch das zusätzliche Gewicht teilweise kompensiert wurde. Der SEP V3 erhielt außerdem massive Abschleppösen, verstärkte Halterungen zum Minenschutz sowie eine neue Panzerung für die APU, was das Gewicht zusätzlich erhöhte. Es ist äußerst schwierig, die Veränderung des Wannengewichts insgesamt präzise zu bestimmen, und noch schwieriger, daraus verlässliche Rückschlüsse speziell auf das Panzerungspaket zu ziehen. In diesem Zusammenhang sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass nicht alles im Inneren eines Panzers, das Gewicht besitzt, automatisch Panzerung ist.

Betrachtet man die zusammengestellten Gefechtsgewichtsdaten verschiedener Abrams-Varianten sowie das Gewicht ihrer Türme, liegt die geschätzte Veränderung des Wannengewichts bei ungefähr 500 Kilogramm. Innerhalb der fest vorgegebenen Abmessungen der Wannenfront und bei einem so begrenzten Gewichtsbudget ist es unmöglich, eine spürbare Verbesserung des Schutzes in einem Ausmaß zu erreichen, bei dem moderne kinetische Geschosse neutralisiert würden.

Um die Wanne gegen APFSDS-Geschosse zu schützen, die nach Mitte der 1980er-Jahre aufkamen (bei unveränderter Wannengeometrie, was eine feste Einschränkung darstellt), müsste der gesamte verfügbare Innenraum mit dicken Stahlplatten oder anderen schweren Füllmaterialien ausgefüllt werden. Das lässt sich berechnen, und ein solches Paket hätte mindestens 2 Tonnen zusätzliches Gewicht verursacht — ein entsprechender Gewichtszuwachs ist jedoch nicht vorhanden.

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Vordere Drehstäbe

Hier stoßen wir auf einen weiteren wichtigen Faktor: die Belastung der vorderen Federung. Beim Abrams befinden sich sowohl das Panzerungspaket als auch die Kraftstofftanks weit vorne im Fahrzeug, wodurch die gesamte Masse auf das erste Paar Drehstäbe wirkt. Bei anderen modernen Panzern wird eine vergleichbare Belastung auf zwei Laufrollenpaare verteilt — in diesem Fall jedoch nicht. Mehrere zusätzliche Tonnen Gewicht in diesem Bereich würden die Lebensdauer der ersten Laufrollen, Drehstäbe, Schwingarme und weiterer Komponenten der Federung massiv verringern. Damit eine solche Änderung logistisch überhaupt umsetzbar wäre, hätten die Ingenieure das gesamte Federungssystem neu konstruieren müssen — nachweislich wurde jedoch keine solche Neukonstruktion vorgenommen.

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Gewichtsbudget

Basierend auf dem Bericht des Army Science Board wiegt der grundlegende SEP V3 ohne zusätzliche Module 66.76 Tonnen. Dieser Wert dient uns als Ausgangspunkt. Auf Grundlage der zuvor genannten Informationen können wir eine Verbesserung des Wannenpanzerungspakets innerhalb der Grenzen dieses bestätigten Gewichtszuwachses modellieren. Die neue Schweißnaht deutet darauf hin, dass Arbeiten am Wannenpanzerungspaket durchgeführt wurden. Da die genauen Details dieser Arbeiten unbekannt sind, können wir lediglich davon ausgehen, dass sämtliche Änderungen innerhalb des vorgegebenen Gewichtsbudgets erfolgt sein müssen — und innerhalb dieses Budgets ist Schutz gegen moderne kinetische Penetratoren nicht erreichbar.

Der entscheidende Punkt ist folgender: Verbesserungen gegen kinetische Geschosse wären theoretisch zwar möglich gewesen, die nachweisbaren Platzbeschränkungen bedeuten jedoch, dass sich der Schutz niemals so weit verbessern ließe, dass die Panzerung Geschosse abwehren könnte, gegen die sie bei typischen Kampfentfernungen zuvor keinen Schutz bot. Selbst wenn es also technisch möglich gewesen wäre, zusätzliches Gewicht in diesen Schutzbereich zu investieren, hätte dies keinen spürbaren Nutzen gebracht, der eine solche Änderung rechtfertigen würde. Jegliche Anpassungen an der Panzerung müssen sowohl logistisch als auch funktional sinnvoll sein.Aus diesem Grund ist es wesentlich wahrscheinlicher, dass mögliche Verbesserungen des Schutzes primär auf die Abwehr von Hohlladungsgeschossen (HEAT) ausgelegt wurden, da diese in der Realität in den vergangenen 40 Jahren die Hauptbedrohung für Kampfpanzer darstellten und Verbesserungen in diesem Bereich innerhalb der vorhandenen Einschränkungen tatsächlich sinnvoll gewesen wären. Wie bei jeder Panzerung, die auf Schutz gegen HEAT ausgelegt ist, ergibt sich daraus auch ein geringer zusätzlicher Schutz gegen moderne kinetische Geschosse — dieser fällt naturgemäß jedoch recht begrenzt aus.

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Fazit

Es existieren keine bestätigten Daten zu den spezifischen Eigenschaften der Wannenpanzerung des M1A2 SEP V3. Das Einzige, was sich eindeutig belegen lässt, ist, dass Änderungen an der Panzerungsanordnung in der Front der Wanne vorgenommen wurden. Die Wannenpanzerung des SEP V3 wird im Spiel verstärkt werden, orientiert an der einzigen plausiblen Annahme, die wir auf Basis der bekannten Gewichtsveränderung treffen können. Im Spiel wird die Wanne dieses Panzers im Vergleich zu früheren Abrams-Varianten besser geschützt sein. Diese Verbesserung entspricht dem, was Ingenieure erreichen könnten, ohne das gesamte Fahrzeug grundlegend neu zu konstruieren.

Darüber hinaus — und vielleicht noch wichtiger — arbeiten wir derzeit an der Wannen- und Turmpanzerung sämtlicher Panzer der Abrams-Familie. Ein Teil dieser Arbeit umfasst die Umstellung bestimmter Panzerungsbereiche auf das volumetrische Modell, wodurch die Überlebensfähigkeit allgemein verbessert wird. Dadurch verbessert sich insbesondere der Schutz im Bereich der oberen Wanne sowie am Turmring — Bereiche, die unserer Einschätzung nach im Spiel einen deutlich größeren Einfluss haben als die untere Frontplatte selbst.

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