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Die Geschichte der Seeschlachten Teil 2: Das goldene Zeitalter der Segelschiffe
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Aus historischer Sicht gibt es drei Hauptperioden des technischen und politischen Fortschritts: Die Frühzeit, das goldene Zeitalter und die Moderne. Im vorherigen Artikel haben wir die Marinetechnolgie der Frühzeit beleuchtet. Dieses Mal geht es um die mittlere Periode, die goldene Zeit der Segelschiffe oder auch das Zeitalter der Entdecker. 

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7. Oktober 1571, die Schlacht von Lepanto zwischen alllierten christlichen Kräften und den Ottomanen.

 

Die meisten Wissenschaftler legen den Beginn der goldenen Zeit der Segelschiffe auf das ausgehende 16. Jahrhundert. In diese Zeit fiel das Aufkommen großer Flotten rund um den Globus, der Beginn des weltweiten Handels zur See und Auswanderungswellen in die neue Welt. Die letzten mit Ruder angetrieben größeren Schiffe verschwanden langsam von der Bildfläche und es wurden immer mehr windgetriebene Schiffe von den Ländern  in Masse produziert, die das Meer als Weg zum Wohlstand betrachteten. Dieser neue Wohlstand erforderte nicht nur die Verteidigung der einen Küste, sondern auch den Schutz der Seefahrtswege der Handelsrouten nach Asien und in die neue Welt. Der letzte große Konflikt, in welchem von Rudern angetriebene Schiffe verwickelt waren, war die Schlacht von Lepanto im Jahr 1571. Die heilige Liga, die ein Bund europäischer und katholischer Seemächte war, traf unter der Führung von Admiral Don Juan vor der Küste Griechenlands auf die mächtige Flotte der Osmanen.  Dieser Konflikt, der auch mit einem großen Kontigent rudergetriebener Schiffe (Galeeren) ausgefochten wurde, legte den Grundstein für die europäische Vorherrschaft im Mittelmeer und den Einstieg in den weltweiten Kolonialismus.

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His Majesty’s Brig Observer,
kommandiert von Lieut. John Crymes attakiert den amerikanischen Piraten Jack,
John Ropes (29. Mai 1782,
im Hafen Halifax, Nova Scotia)

Zu dieser Zeit begannen viele Nationen mit dem Bau von Handels-, und Kriegsschiffen. Zuvor war der Schiffsbau oft nur auf Schiffe für küstennahe Operationen ausgelegt, da die Schiffahrt im offenen Wasser als gefährlich angesehen wurde. Das galt auch noch, als die europäischen Nationen damit begannen, die Seewege zu erkunden. Dies lag nicht nur an den damaligen Schiffskonstruktionen, sondern auch an der Bedrohung durch Freibeuter. In dieser frühen Zeit der Forschungs-, und Entdeckungsreisen konkurrierten die drei größten Nationen (und deren Verbündete) um die neu entdeckten Ressourcen in Form von Land, Holz und Gold in der neuen Welt und den Handelsrouten im Osten nach Indien und China. Diese waren eine immense Quelle des Reichtums für neu gegründete Unternehmen wie die 1602 gegründete niederländische Ostindien-Kompanie. 

Im 17. und frühen 18. Jahrhundert nutzen viele Nationen den Einsatz von Freibeutern um mit diesen feindliche Frachtschiffe auf hoher See anzugreifen. Der Hauptunterschied eines Freibeuters zu einem Piraten ist, dass ein Freibeuter durch eine Nation die Erlaubnis erhalten hat (Kaperbrief), gegen ihre Gegner Akte der Piraterie auszuüben. Die meisten dieser Freibeuter wurden quasi als eine Art Marinereserve angesehen und erhielten staatliche Begnadigungen für ihre sonstigen Verbrechen. (Wie z.B. Francis Drake.)

Die meisten Nationen bauten ihre Flotten aus zwei Hauptaufbaulinien heraus auf. Die erste war die Segel-Galeere. Bei ihr wurden frühe Konzepte des Rüstungsschutzes entwickelt und diese Schffe waren sehr langsam und oft ziemlich groß. Das sekundäre Entwurfskonzept war das "Ship of the Line" (Linienschiff), dessen Fokus auf Feuerkraft und Manrövierfähigkeit zu lasten des Schutzes lag. Dies fiel mit einer neuen Marinestrategie, bei der statt "Allzweckschiffen", Schiffe gebaut wurden die eine bestimmte Rolle optimal erfüllen konnten. Dazu gehörten unter anderem Eskortschiffe, die als reine Schutzplattform ausgelegt waren und auch Schiffe die rein für den direkten Angriff konzipiert waren. Piraten agierten oft mit mehreren kleinen Angriffschiffen und waren wegen ihrer "Hit & Run" Taktik auch oft erfolgreich. Viele dieser langen Feuergefechte mit Marineschiffen wurden geradezu legendär. 

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HMS Kent im Gefecht mit der Confiance, kommandiert vom französischen Korsaren Robert Surcouf.

Selbst Blackbird ist, auch wenn er weltweit einer der bekanntesten Piraten war, kein Vergleich zum erfolgreichsten weiblichen Piraten Ching Shih, die Gattin von Cheng I kommandierte ihre eigene Piratenflotte und terrorisierte die Seefahrtswege im südchinesischen Meer. Dies traf vor allem die niederländische Ostindien Kompanie. Nach der Heirat mit Cheng I, einem bereits etablierten Piraten und Admiral der Flotte der Roten Flagge, kommandierte sie über 1500 Schiffe und etwa 180.000 Seeleute. Die meisten dieser Schiffe waren kleinere Schiffe vom Typ der chinesischen Dschunke dieser Zeit. Sie ist auch einer der wenigen Piraten der Weltgeschichte, die sich aus der Piraterie zurückzog um ihre zu Unrecht erbeuteten Reichtümer zu genießen.

Captain Jack Rackham, war ein Engländer der auch als “Calico Jack” bekannt war. Er war keiner der größten Piraten der Geschichte. Im Gegensatz zu anderen, berüchtigteren Piraten seiner Zeit, griff er im Idealfall nur Schiffe an, die kleiner waren als das Schiff über das er verfügte. Er segelte auch nur in der Karibik. Trotzdem wird man sich an ihn immer als einen der der kühnsten und tapfersten Piraten aller Zeiten erinnern. Das goldene Zeitalter der Segelschiffe war auch das goldene Zeitalter der Piraten und eine der unvorstellbarsten und triumphierensten Taten die er und seine Besatzung vollbracht haben, war: Er stahl Nachts eine gekaperte britische Schaluppe aus den Händen der spanischen Marine als diese noch darauf darauf warteten, ihn am nächsten Tag bei Flut zu bekämpfen. Das spanische Schiff lief bei Ebbe auf Grund und dies erlaubte es Rackham die Initiative zu ergreifen und das spanische Schiff zu kapern. Die Legende besagt: Nachdem er mit seiner Besatzung den erfolgreichen Angriff auf ein spanisches Schiff feierte, wurde er betrunken wie er war gefasst und später gehängt. Zwei seiner Besatzungsmitglieder "Anne Boney" und "Mary Read" wurden ebenfalls zur Legende, da sie wegen ihrer Schwangerschaft begnadigt wurden. Rackham hinterließ uns eines der berühmtesten Artefakte aus dieser Zeit, die "Rackham Flag", besser bekannt als "Piratenflagge".

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"Die Schlacht vonTrafalgar" von Clarkson Stanfield

Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts bis etwa 1850 erlaubte die Entwicklung von Formationsflotten immer mehr Abweichungen im Schiffsdesign. Dabei entwickelten sich zwei unterschiedliche Denkschulen. Einige Nationen glaubten, dass die größte Flotte am erfolgreichsten wäre, die andere Denkart war das Augenmerk auf die bessere Technologie nach dem Motto "Qualität kommt vor Quantität!" Einige Nationen wie zum Beispiel Großbritannien fingen damit an, ihre Schiffsrümpfe mit Kupferplatten zu beschlagen, was diese besser vor Alegenbewuchs und gegen Schiffsbohrwürmer schützte und die Schiffe damit schneller und langlebiger machte. Die Vereinigten Staaten verwendeten zusammengesetzte Aufbauten. Einige Länder nutzten erstmals Eisenplatten als Panzerungsschutz vor land-, und schiffsgestützter Artillerie. Um diese noch primitive Panzerung durchdringen zu können wurde die Entwicklung von Kanonen und Munition stark beschleunigt. Diese Zeit der Panzerungssteigerung und damit verbundenen Vergrößerung und Leistungssteigerung der Schiffsartillerie führte zum Niedergang der Denkschule, dass die Schiffe mit der größeren Anzahl an Kanonen am erfolgreichsten wären. Schaluppen, Korvetten und Fregatten wurden im Vergleich zu den alten Galleonen immer wichtiger. Einige Fahrzeuge wurden speziell als Artillerieplattformen entworfen, während kleinere und manrövierfähigere Schiffe die Formation hielten und eine eher Anti-Schiffsrolle spielten.

In diese Zeit fiel auch das Aufkommen globaler Konflikte, bedeutender Revolutionen und die großen Eroberungskriege der napoleonischen Epoche . Es gab immer noch legendäre Seeschlachten wie die Schlacht von Trafalgar, doch die Marinen der Welt entwickelten sich bereits langsam weiter. Zuvor wurden die Marinestreitkräfte vor allem für die Schiffsbekämpfung und als Blockade eingesetzt. Es wurde immer klarer, dass die Kontrolle der See auch die Kontrolle der regionalen Versorgung der Armee bedeutete. Anstatt nur Truppen und Ausrüstung zu transportieren, begannen die Seestreitkräfte auch mit der Flussverteidigung, Landungsoperationen und weiteren Aufgaben. Aus diesem Grund wurden auch immer spezialisiertere  Schiffe entwickelt.

 

Autoren: Clayton Remy & Aston Peters

 
 

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