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Ass des Monats - Group Captain Colin Gray
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Supermarine Spitfire Mk IX von Colin Gray - Tarnanstrich von Aotea | Hier herunterladen


Geboren wurden die Zwillinge Colin und Ken am 9. November 1914 und wuchsen und den Städten Wellington und Christchurch in Neuseeland auf. Im Alter von 19 Jahren fand Colin eine Anstellung als Buchhalter; vier Jahre später versuchten jedoch beide Brüder der Royal Air Force als Piloten beizutreten. Man nahm Ken auf, doch Colin wurde aus medizinischen Gründen abgelehnt. Er arbeitete ein weiteres Jahr weiter als Buchhalter, wurde erneut abgelehnt bei der RAF und arbeitete daraufhin auf einer Farm um seine Fitness zu verbessern. Der dritte Anlauf war erfolgreich und so begann 1939 seine kurze Laufbahn bei der RAF.

Gray absolvierte seine Grundausbildung zum Piloten an der De Havailland Flugschule in Hatfield, bevor er seine Ausbildung bei der No.11 Flying Training School auf dem Fliegerhorst RAF Shawbury bei Shropshire fortführte. Mit dem Erhalt des Flight-Crew-Abzeichens hatte er seine Ausbildung als Pilot Officer abgeschlossen. Gray zeigte ausreichend Talent um als Pilot für einsitzige Jäger eingesetzt zu werden; seine erste Beorderung war im November 1939 bei No.54 Squadron, welches Supermarine Spitfire Mk.I vom Fliegerhorst Hornchurch (nahe Essex) operierte. Während Colin Gray 1939 seine ersten Patrouillenflüge über dem englischen Kanal absolvierte, flog sein Bruder Ken nun als Pilot für das RAF Bomber Command. In dieser Tätigkeit wurde Ken 1939 das Distinguished Flying Cross verliehen.



Die Patrouillen des „Sitzkrieges“ wurden über den Winter hinweg bis zum Frühling 1940 weiter fortgeführt. Das Schicksal nahm seinen Lauf als Colin die Nachricht überbracht wurde, dass sein Zwillingsbruder bei einem Flugunfall über Schottland ums Leben kam; dies hinterließ tiefe Spuren bei ihm. Am 24. Mai hatte Gray dann seinen ersten Kontakt mit einem deutschen Flugzeug über dem Gebiet von Calais und Dünkirchen. Am nächsten Tag erzielte Gray zusammen mit Seargent John Norwell seinen ersten, wenn auch geteilten, Abschuss einer Bf 109 während der Eskorte einer Formation von Fairey Swordfish. Gray musste seinen schwer beschädigten Jäger anschließend aber zurück nach Hornchurch bringen; die Schäden erlitt er durch eine andere Bf 109, als er seinem ersten Opfer auf dessen Weg in Richtung Ozean hinterher sah. Zu den Schäden an seiner Spitfire gehörte ein beinahe gänzlich zerstörtes Querruder, der Verlust von Druck auf der Hydraulik und dem Luftsystem, was dazu führte, dass die Fluggeschwindigkeit nicht mehr gemessen werden konnte. Genau deswegen war seine Landung ein wenig zu schnell; etwas, das vom Kommandanten von Hornchurch der die Landung sah barsch kommentiert wurde, er ging davon aus, dass die schlechte Landung von den schlechten Fähigkeiten des Piloten herrühren musste.

Am 13. Juli schoss er über Calais eine weitere Bf 109 ab. Gray kämpfte Seite an Seite mit seinem, ebenfalls neuseeländischen, Kameraden des No.54 Squadron Al Deede während der Luftschlacht um England, von Hornchurch und Manston aus. Nun hatte Gray beinahe täglich Kontakt mit seinen deutschen Gegnern, was dazu führte das Gray bis zum September 1940, der Zeitpunkt zu dem sein Geschwader von der 11. Gruppe abgekoppelt wurde, 15 ½ zerstörte deutsche Flugzeuge für sich verbuchen konnte. No.54 Squadron wurde nach Yorkshire auf den Fliegerhorst RAF Catterick verlegt; dort waren die Gefechte weniger intensiv und die erschöpften Überlebenden der Kämpfe im Sommer konnten sich erneut sammeln. Für seinen Beitrag zur Luftschlacht um England wurde Gray das Distinguished Flying Cross verliehen. 



Im Oktober 1940 wurde er zum Flying Officer befördert und diente kurzzeitig beim No.43 Squadron, wo er Hawker Hurricanes flog. Danach kehrte er zum No.54 zurück, nur um kurz darauf zum No.1 Squadron versetzt zu werden. Da sich der Fokus der Luftkämpfe im Nordwesten Europas nun änderte, fand sich Gray immer öfter in der Rolle eines Jagdbomberpiloten über dem Norden Frankreichs wieder. Im August 1941 beförderte man ihn zum Flight Lieutenant, einen Monat später verlieh man ihm den ersten Balken zu seinem Destinguished Flying Cross und gab ihm das Kommando über das, mit Spitfire ausgerüsteten, No.616 Squadron. Im Februar 1942 wurde Gray in den Stab der No.9 Group versetzt, um ihm so eine 7 monatige Pause von der Front zu verschaffen.

Die Kämpfe an der Front nahm er dann im September 1942 wieder auf, nun zum Acting Squadron Leader befördert flog er mit Spitfire Mk.V beim No.64 Squadron bevor er im Januar 1943 das Kommando über das ebenfalls mit Spitfire ausgerüstete No.81 Squadron in Algerien übernahm. Gray konnte über die nächsten Monate hinweg weitere 8 Abschüsse für sich verbuchen und bekam im Mai die Distinguished Service Order verliehen. Im nächsten Monat machte man ihn zum Acting Wing Commander und übertrug ihm das Kommando über den No.332 Wing in Malta. Angriffe um die Operation Husky zu unterstützen, was der Auftakt zum alliierten Italienfeldzug markierte, brachten ihm weitere fünf Abschüsse, was seine Liste auf einen Stand von 27 Abschüssen, einem geteilten Abschuss und 22 möglichen Abschüssen oder Beschädigungen brachte. Seine längst überfällige Beförderung zum Squadron Leader wurde im September bestätigt und ein zweiter Balken wurde im November, nachdem er nach England zurückgekehrt war, zu seinem Distinguished Flying Cross hinzugefügt.


Nach einer kurzen Pause als Ausbilder übernahm Gray das Kommando über die Wings Detling und Lympne, welche mit ihren Spitfire Unterstützungsmissionen über dem Festland beauftragt waren. Gray überlebte den Krieg und wurde Neuseelands Jagdflieger-Ass mit den meisten Abschüssen. Er wurde im Juli 1945 zurück zur New Zealand Air Force versetzt, kehrte aber bereits 1946 zur RAF zurück; er behielt den Rang des Squadron Leaders auch nach der Beendigung der Kampfhandlungen bei. In der Nachkriegszeit hatte er mehrere Stabspositionen inne, darunter z.B. Verbindungsoffizier der Luftwaffe für die United States Air Force, eine Position im Hauptquartier in Singapur und Kommandant des Fliegerhorstes RAF Church Fenton, nachdem er auf der Gloster Meteor ausgebildet worden war. Gray nahm 1961 Abschied von der RAF und trat als Group Captain in den Ruhestand ein.

Gray kehrte mit seiner Familie nach Neuseeland zurück. Er zeichnete seine Erfahrungen als Pilot später in dem autobiographischen Buch „Spitfire Patrol“ auf. Er verstarb 1995 im Alter von 80 Jahren – nur einen Monat nachdem sein neuseeländischer Kamerad, Ass und lebenslanger Freund Al Deere verstorben war. Er bleibt als durchsetzungsfähiges Individuum in Erinnerung, welches keine Angst davor hatte seiner Meinung und seinen Bedenken bei Vorgesetzten Gehör zu verschaffen.


Über den Autor

Mark Barber, historischer Berater bei War Thunder

Mark Barber ist Pilot bei den Luftwaffenverbänden der Royal Navy des Vereinigten Königreichs. Sein erstes Buch wurde von Osprey Publishing 2008 verlegt. In der Zwischenzeit hat er einige weitere Titel für Osprey geschrieben und auch Artikel in verschiedenen Magazinen, z.B. im Luftfahrtmagazin "Flypast", veröffentlicht.  Sein Hauptinteresse gilt der britischen Marinefliegerei im Ersten und Zweiten Weltkrieg und der Geschichte des RAF Fighter Command im Zweiten Weltkrieg. Für Gaijin Entertainment ist er als historischer Berater tätig und darüber hinaus in den historischen Bereichen des War Thunder Forums aktiv. Regelmäßig schreibt er die Artikel zum "Ass des Monats".


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