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Ass des Monats August - Flight Lieutenant Eric Lock
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Supermarine Spitfire Mk.Vb (Anstelle der Mk.IIb im Spiel) im Dienst der RAF im Juli 1941.
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In diesem Jahr wird der 75. Jahrestag einer der größten, knappsten und berühmtesten Luftschlachten die jemals geschlagen wurde begangen. Dabei handelt es sich natürlich um die Luftschlacht um England. Der 18. August (The Hardest Day) gilt dabei als der Tag an dem beide Seiten in ihrem erbitterten Kampf die höchsten Verluste an einem Tag während der gesamten Schlacht hinnehmen mussten. Der 15. September wird jedoch allgemein als eigentlicher Höhepunkt der Schlacht angesehen. Durch diesen Hintergrund wird sich diese Artikelserie in den Monaten August und September zwei der größten Asse der wohl größten Luftschlacht um England widmen.

Eric Lock in seiner Spitfire

Eric Lock wurde im April 1919 im in der Nähe von Shrewsbury gelegenen Dorf Bayston Hill in der ländlichen Region Shropshire in den West Midlands geboren. Seine Familie widmete sich der Landwirtschaft und einem Steinbruch. Lock erhielt Privatunterricht und widmete sich in seiner Kindheit unter anderem dem Reiten. Nach sein Vater für ihn einen kurzen Flug bei einer umherziehenden Flughshow bezahlte, erlebte er zum ersten Mal die Faszination der Luftfahrt. Angeblich war der junge Lock aber nicht besonders beeindruckt und folgte weiter den Fußstapfen seines Vaters und widmete sich lieber der Landwirtschaft.

Andere Ereignisse prägten den jungen Lock sehr viel mehr. Mit den zunehmenden politischen Spannungen in den späten 1930er Jahren, die immer mehr auf offene Feindseligkeiten zusteuerten, wurde ein Krieg immer unvermeidlicher. In Lock wuchs schnell die Überzeugung, dass wenn er schon für sein Land in den Krieg ziehen musste, die Luftfahrt für ihn der beste Weg sei. Darum schrieb er sich in die Reihen der Royal Air Force Volunteer Reserve (RAF Freiweilligenreserve) ein. Diese Organisation war 1936 gegründet worden um im Falle eines Kriegsausbruchs die Anzahl der dann notwendigen Besatzungen sicherzustellen. Bei Ausbruch des Krieges im Jahr 1939 wurde Lock dann einberufen. In seiner Flugausbildung zeichnete er sich schnell aus und wurde darum zu den Jagdpiloten berufen. Vor seiner Abkommandierung zu seiner ersten Fronteinheit im Mai 1940 wurde er zum Pilot Officer befördert. Seine erste Einheit war das No. 41 Squadron der RAF Basis Catterick in Yorkshire. Dieses war mit der Super Spitfire ausgerüstet.

Bereits kurz nach Beginn seiner ersten Einsatzzeit bei einer Fronteinheit reiste „Sawn-off Lockie“ (Ein Spitzname den er wegen seiner geringen Körpergröße erhielt.) kurz in die Heimat um zu heiraten. Nach der Rückkehr zum No.41 ging er wieder ganz in der Routine und der ständigen Einsatzbereitschaft beim Warten auf die deutschen Angreifer auf. Für die Piloten des No.41 war diese Zeit sehr frustrierend. Sie waren als Teil der 13 Gruppe relativ isoliert im Norden Englands stationiert und mussten dabei zusehen wie die Luftschlacht um England in Englands Süden ausgetragen wurde. Trotzdem konnte Lock am 15. August mit dem Abschuss einer Bf 110 über der Nordee seinen ersten Luftsieg erzielen.



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Anfang September änderte sich die Lage für das No.41 Squadron jedoch, als es Entsatz der abgekämpften Veteranen der Kämpfe des Sommers in den Süden versetzt wurden. Lock war jetzt auf der RAF Basis Hornchurch stationiert und befand sich so inmitten der Kampfhandlungen. Lock konnte in einem einzigen Angriff zwei deutsche Bomber ausschalten bevor er selbst von einer eskortierenden Bf 109 angegriffen wurde. Um sich dem deutschen Jäger stellen zu können, wendete Lock seine Maschine und konnte sich behaupten. Am Ende seiner ersten Woche bei der 11. Gruppe konnte Lock neun Luftsiege auf seinem Konto verbuchen und wurde mit dem Distinguished Flying Cross ausgezeichnet. Unglaublicherweise erhielt er nur drei Wochen später seine erste Spange zum DFC nachdem er in 19 Tagen 15 deutsche Maschinen besiegen konnte.

Eine Straße die zu seinen Ehren nach ihm benannt wurde.

Am 17. November stieg Lock in den Himmel auf um eine Formation feindlicher Flugzeuge in der Nähe von Clacton abzufangen. Dabei schoss er zwei Bf 109E des JG54 ab, wurde aber von einem weiteren deutschen Jäger getroffen. Dabei schlugen die Geschosse in das Cockpit der Spitfire und trafen Lock in die Beine und den rechten Arm und sperrten den Schubregler auf Vollschub. Er schaffte es, seine verkrüppelte Spitfire bis zum Heimatflughafen zu manövrieren und dabei von 6000 Meter auf 600 Meter zu sinken bevor er den Motor abstellte um das Flugzeug im Gleitflug zu landen. Lock war etwa zwei Stunden in seinem Cockpit eingeschlossen bevor er gerettet werden konnte und von Soldaten die aus ihren Uniformen und Gewehren eine Trage bastelten, 2 Meilen weit getragen wurde. Er musste bis zum Mai 1941 im Lazarett bleiben und dort fünfzehn Operationen über sich ergehen lassen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits 23 bestätigte und 8 mögliche Luftsiege auf seinem Konto. Obwohl sein Einsatz bei der Luftschlacht um England erst recht spät begann, ist Eric Lock allgemein als erfolgreichster alliierter Kampfpilot dieser Episode des Krieges bekannt. Allerdings nennen einige Quellen stattdessen auch den tschechischen Piloten Josef František. Lock erhielt für seinen Beitrag zur Verteidigung seiner Heimat den Distinguished Service Order. Im Juni 1941 stieg Lock für einen Auffrischungskurs wieder erstmals ins Cockpit und wurde anschließend zum No.611 Squadron versetzt und flog von Hornchurch aus die Spitfire MK.V. Mittlerweile war er in den Rang eines Flight Lieutenant aufgestiegen und wurde als die RAF begann über dem besetzten Frankreich zu operieren als Flight Commander bei offensiven Einsätzen eingesetzt.


 


Lock verlor seine Fähigkeiten durch den langen Aufenthalt im Lazarett allerdings nicht. In seinen ersten Wochen konnte er drei Bf 109 besiegen. Am 3. August führte er seine Einheit bei einem Angriffsflug über Frankreich an. Bei der Rückkehr nach England funkte er seine Kameraden an und teilte ihnen mit, er hätte eine Konzentration deutscher Soldaten auf einer Straße nach Calais gesichtet. Lock wurde das letzte Mal gesehen, als er seinen Schwarm verließ um einen Angriff auf die gesichteten Soldaten zu fliegen. Seine Kameraden verloren seine Spitfire aus den Augen und er schloß sich seinem Schwarm nicht wieder an und reagierte auch nicht auf Funksprüche. Sein Leichnam oder Trümmer seiner Maschine wurden nie gefunden.

Lock war ein charismatischer Flieger und seine Maschine trug ein großes „V“ für Victory. Während des Einsatzes trug er immer eine erbeutete deutsche Schwimmweste. Ein ebenfalls verwundeter befreundeter Pilot erinnert sich an ihn wegen seiner koketten Art mit den Krankenschwestern umzugehen während beide im Lazarett lagen. Nur wenige konnten Locks Erfolge in solch kurzer Zeit erreichen. Der Shropshire Aero Club hat die Bar auf dem Flugplatz Sleap zu seinen Ehren nach ihrem Localhelden benannt und die dort aufgehängten Bilder von ihm blicken nun auf den Flugplatz der fast täglich von der RAF Basis Shawbury verwendet wird um Hubschrauberpiloten einer neuen Generation der RAF, des Fleet Air Arms und des British Army Air Corps auszubilden.


Über den Autor

     

Mark Barber, War Thunder Historical Consultant

Mark Barber ist Pilot bei den Luftwaffenverbänden der Royal Navy des Vereinigten Königreichs. Sein erstes Buch wurde von Osprey Publishing 2008 verlegt. In der Zwischenzeit hat er einige weitere Titel für Osprey geschrieben und auch Artikel in verschiedenen Magazinen, z.B. im Luftfahrtmagazin "Flypast", veröffentlicht. Sein Hauptinteresse gilt der britischen Marinefliegerei im Ersten und Zweiten Weltkrieg und der Geschichte des RAF Fighter Command im Zweiten Weltkrieg. Für Gaijin Entertainment ist er als historischer Berater tätig und darüber hinaus in den historischen Bereichen des War Thunder Forums aktiv. Regelmäßig schreibt er die Artikel zum "Ass des Monats".


In einem der folgenden Updates werden wir das 
"Victory-Handzeichen" einführen welches auf Eric Locks Spitfire gemalt war:

 
Decal made by Jej 'CharlieFoxtrot' Ortiz

Euer War Thunder Team

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