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Josef František
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'Hurricane Mk.I, Sgt. Josef Frantisek, Einheit: 303 Sqn, RAF', Tarnanstrich von -313- Paegas | hier herunterladen


Während es eine Anzahl von Qualitäten und Attribute gab, die von allen erfolgreichen Jagdpiloten geteilt wurden – solche wie ein geschultes Auge und ein guter Überblick in einer bestimmten Kampfsituation – gab es bisher keinen einzigen Persönlichkeitstyp, der unter den Fliegerassen dominiert hat. Von den ruhmsüchtigen Einzelgängern zu den selbstlosen Teamplayern, von den unbarmherzigen Jägern zu den bedauernden Mördern, von den Alten, Erfahrenen zu den Jungen, geborenen Fliegern, kamen alle Fliegerasse aus allen Bereichen des Lebens ohne irgendeine klar ersichtliche Erfolgsformel. Jedoch unter allen diesen Piloten, war das tschechische Hurricane-Ass Josef František (gesprochen “Frantischek”) einer der aggressivsten und brutalsten. Ein anscheinend undisziplinierter und von Rachesucht besessener Aggressor, der den Himmel über Südengland während des Sommers 1940 dominierte.

Sergeant Josef František

Josef František wurde am 7. Oktober 1913 in Otaslavice, 10 Km südwestlich von Olmütz (damals Österreich-Ungarn, heute Tschechien), geboren. Er war Sohn eines Schreiners und ging ursprünglich in die Lehre als Schlossmacher, bevor er der Tschechoslowakischen Heeresluftwaffe als Unteroffizier und Pilot im Alter von 21 Jahren beitrat. Auslöser für diese Entscheidung waren die Flugzeuge, die vom nahen Flugplatz Prostějov über seinen Arbeitsplatz flogen. Seine Grundausbildung absolvierte er ebenda und schloss die Pilotenausbildung 1936 ab. Er wurde zum 2. Luft-Regiment versetzt und flog Doppeldecker vom Typ Aero A-11 und Letov S-328 in Aufklärungseinsätzen von Olmütz.

Selbst in diesem frühen Stadium seiner Fliegerkarriere als junger Pilot, kam Františeks Persönlichkeit zum Vorschein – er bekam schnell den Ruf eines Trinkers und Schlägers und bekam oft Tadel für das zu späte Zurückkehren zu seiner Einheit nach Schlägereien in Kneipen während seiner Ausgehzeiten. Sein Mangel an Disziplin führte zu einer Degradierung, doch sein angeborenes Talent als Pilot war nicht zu Leugnen – daher wurde die Entscheidung getroffen, Františeks als Jagdpiloten einzusetzen, um seine Fähigkeiten als Flieger und seine Aggressionen zu bündeln.

Nachdem František sich im Sommer 1938 als Jagdpilot qualifizierte, flog er das Jagdflugzeug Avia B-534 im 4. Luft-Regiment, welches auf dem Flugplatz Praha-Kbely bei Prag (tschech. Praha) stationiert war. Mit den aufkommenden Spannungen, die eine deutsche Aggression und Okkupation immer wahrscheinlicher werden ließen, wurde Františeks Einheit in Alarmbereitschaft für eine Invasion versetzt. Doch zum Kampf kam es nie – das Münchner Abkommen vom 30. September 1938 sicherte das tschechoslowakische Sudetenland dem Deutschen Reich zu. Die Nation wurde geschwächt und ihre restlichen Gebiete sollten Bald dem Sudetenland folgen. Wie viele andere Kameraden floh František nach Polen und wurde in die Polnische Luftwaffe aufgenommen.

Zuerst als Ausbilder eingesetzt, flog František später während der deutschen Invasion im September 1939 Aufklärungsflüge. Obwohl sein Flugzeug unbewaffnet war, kam auch hier Františeks aggressives Verhalten zum Vorschein, als er deutsche Bodeneinheiten angriff, indem er Granaten aus dem Cockpit warf. Jedoch war der Mut der polnischen Streitkräfte nicht genug um die allmächtige deutsche Kriegsmaschinerie aufzuhalten, und Polen fiel innerhalb weniger Wochen. František floh aus dem Land, zuerst nach Beirut, wo er der französischen Fremdenlegion beitrat, und kam später nach Marseille.

Hurricane Mk.I, 303 Sqn RAF

Nach der Ankunft in Frankreich wurde František erst Mitglied der Polnischen Luftwaffe im Exil und später der Französischen Luftwaffe selber. Jedoch wurden František und zwei seiner tschechoslowakischen Kameraden von einem tschechoslowakischen Attaché beschuldigt, aus der Französischen Fremdenlegion desertiert zu sein. Dies führte dazu, dass die drei nach dem Tumult einer Polnischen Lufteinheit innerhalb der Französischen Luftwaffe beitraten. František Einsatz während des Westfeldzuges ist mit vielen Unklarheiten verbunden – es gibt einige Behauptungen, dass er seinen Namen änderte, um seine Familienangehörigen in der Tschechoslowakei zu schützen und dass er neun deutsche Flugzeuge abschoss und zwei weitere am Boden zerstörte. Es gibt kein offizielles Dokument mit dem Beweis, dass František das Croix de Guerre für seinen ersten Luftsieg erhielt, aber diese Medaille ist mit seinen anderen im Josef František Museum ausgestellt. Es gibt Anekdoten, dass František auch im Französischen Dienst undiszipliniert verhielt und dass er so viele verschiedene französische Flugzeugtypen wie möglich flog.


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Nach der französischen Niederlage im Juni 1940, schloss sich František vielen tschechischen und polnischen Piloten an, die nach Großbritannien flohen um dort weiter gegen Deutschland kämpfen zu können. Als ein kampferfahrener Pilot wurde František wieder als Jagdpilot ausgewählt und flog die Hawker Hurricane – wieder in einer polnischen Staffel, der No.303 Squadron, die im August 1940 auf der RAF Basis in Northolt stationiert war. Františeks erste Woche bei der Royal Air Force war alles andere al herrausragend, als er am 8. August vergaß bei einem Landeanflug das Fahrgestell auszufahren. Jedoch errang er Anfang September seinen ersten Luftsieg bei der RAF – eine Bf 109 E – und wenige Tage später schoss er einen weiteren deutschen Jäger ab.

Hurricane Mk. I in der Röntgenansicht

Die No.303 Squadron war stark an der Luftschlacht um England bis zu ihrem Ende beteiligt, was alle Bedenken vertrieb, dass ausländische Piloten eine Bürde für die RAF sein würden. Die polnische Staffel hatte eine lange Liste an Luftsiegen zu verbuchen und František hatte den größten Anteil daran, mit 17 Luftsiegen im September 1940. Seine Aggression und Undiszipliniertheit verursachte Konflikte mit seinen britischen und polnischen Vorgesetzten, da er nicht die Befehle folgte und im Verband kämpfte, das aber erfolgreich. Dies war nicht nur Folge seines aggressiven Temperaments, sondern auch wegen seines Hasses auf den Gegner - für František war der Krieg eine persönliche Sache und er flog um zu töten. Dies führte dazu, dass er nicht mehr im Verband fliegen musste, und er quasi zu einer kleinen, privaten Luftwaffe innerhalb der Royal Air Force mit seiner einzelnen Hurricane wurde.

Františeks Einzelgängertaktiken beinhalteten oft das Verfolgen von zurückkehrenden, deutschen Flugzeugen über dem Kanal, die normalerweise kaum noch Treibstoff und Munition hatten. Er war auch bekannt dafür, das Feuer erst auf sehr kurze Distanzen auf seinen Gegner zu eröffnen. Aber seine Taktiken trugen Früchte – am 11. September schoss er im Alleingang drei Flugzeuge ab. Am Ende von Františeks bahnbrechenden Monat, wurde ihm die Distinguished Flying Medal von König George IV verliehen.

Jedoch kam Františeks Erfolg zu einem plötzlichen und unerwarteten Ende. Am 8. Oktober streifte ein Flügel seiner Hurricane einen Baum nahe Ewell in Surrey. František wurde beim folgenden Absturz aus dem Cockpit geschleudert und war sofort tot. Er fiel im alter von 26 Jahren. Der Unfall ereignete sich bei einer Patrouille und nicht im Feindeinsatz; der Grund warum František so tief flog, ist bis heute ungeklärt. Eine Anekdote besagt, dass er ein spontanes Kunstflugmanöver nahe des Hauses seiner Freundin durchführen wollte.

Josef František war ein Charakter, mit dem schwer auszukommen war und der Zeitweise sehr unbeliebt bei Kameraden wie Vorgesetzten war. Jedoch war er unbestritten einer der erfolgreichsten Pilotenasse in der Luftschlacht um England. Seine 17 bestätigten Luftsiege innerhalb eines einzigen Monats machen ihm zum zweit-erfolgreichsten tschechischen Fliegerass des Zweiten Weltkrieges – wenn man seine Luftsiege aus Frankreich hinzuzählt, wäre er der erfolgreichste tschechische Pilot.


Über den Autor

     

Mark Barber, historischer Berater bei War Thunder

Mark Barber ist Pilot bei den Luftwaffenverbänden der Royal Navy des Vereinigten Königreichs. Sein erstes Buch wurde von Osprey Publishing 2008 verlegt. In der Zwischenzeit hat er einige weitere Titel für Osprey geschrieben und auch Artikel in verschiedenen Magazinen, z.B. im Luftfahrtmagazin "Flypast", veröffentlicht. Sein Hauptinteresse gilt der britischen Marinefliegerei im Ersten und Zweiten Weltkrieg und der Geschichte des RAF Fighter Command im Zweiten Weltkrieg. Für Gaijin Entertainment ist er als historischer Berater tätig und darüber hinaus in den historischen Bereichen des War Thunder Forums aktiv. Regelmäßig schreibt er die Artikel zum "Ass des Monats".


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