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Wassili Fjodorowitsch Golubew
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Wassili Fjodorowitsch Golubew wurde 1912 in Kamenka bei Leningrad, heute St. Petersburg, in Nordwestrussland geboren. Er wuchs in einer ländlichen Umgebung auf und sein Vater ermutigte ihn dazu, Arbeit in der Stadt zu suchen. So zog er als Jugendlicher nach Leningrad und fand eine Anstellung in einer Fabrik. Jedoch träumte der junge Golubew von einer Laufbahn als Pilot und er bewarb sich beim Militär. Er wurde jedoch zwei mal abgelehnt; erst galt er als zu jung und nach zwei Jahren wurde er aus medizinischen Gründen erneut abgelehnt.

Unbeirrt davon trat Golubew mit 21 Jahren der Sowjetarmee im Rang eines einfachen Soldaten bei - er wurde ein Fallschirmausbilder und lernte in seiner begrenzten Freizeit das Fliegen von Segelflugzeuge, was ihn zur Fliegerei und schließlich zur Ausbildung an motorisierten Flugzeugen führte. Golubew ließ sich nicht von seinem Traum Kampfpilot zu werden abbringen und wurde schließlich 1939 für die Pilotenausbildung ausgewählt. Er hatte schon viel Erfahrung durch seine Tätigkeit als Fluglehrer, wodurch seine Ergebnisse beim Fliegen exzellent waren und er s sich 1940 als Jagdpilot qualifizierte.

Als die deutsche Invasion (Operation Barbarossa) begann, flog Golubew Flugzeuge vom Typ I-16 als Teil der Baltischen Flotte; während des Sommers 1941 wurde er zum 13. Jägerregiment versetzt. Am 28. Juni schoss er eine Ju 88 ab, wenige Tager später konnte er eine Bf 109 E abschießen. Am 13. Juli jedoch identifizierte er eine Bf 110 fälschlicherweise als eine Ju 88 und griff das Flugzeug frontal an. Obwohl stark beschädigt, konnte Golubew sein Flugzeug zurück zu seinem Fliegerhorst steuern. Das 13. Jägerregiment stellte sich tapfer der deutschen Übermacht mit ihren veralteten I-16 - Golubew selbst wurde im August abgeschossen und verbrachte einen Monat im Lazarett um zu genesen.

Golubews Pechsträhne war noch nicht vorüber - nach seiner Genesung kehrte er zu seiner Einheit zurück und musste feststellen, dass sie sich schon zurückgezogen hatte. Er fand eine beschädigte und unbewaffnete I-16 vor und entschied sich, damit seine Kameraden einzuholen. Er wurde erneut abgeschossen und musste zum Ufer des Ladogasees schwimmen, nachdem er in diesen abgestürzt war. Im Oktober wurde Golubew auf die Hanko-Halbinsel an der Südküste Finnlands verlegt, um sowjetische Schiffe vor den Luftangriffen der Deutschen und Finnen zu schützen. Er konnte einige Luftsiege gegen finnische Flugzeuge verbuchen aber die sowjetischen Piloten waren den neuen deutschen Flugzeugen vom Typ Bf 109 F hoffnungslos unterlegen, als diese in den Ostseeraum verlegt wurden.

An I-16 in War Thunder, eins der Flugzeuge,
das Golubev während seiner Karriere flog

Eine Reihe von Verlusten des Regiments führten dazu, dass Posten neu zu besetzen waren und Golubew wurde im Januar 1942 das Kommando über die 3. Staffel des 13. Jägerregimentes übertragen. Er ließ keine wertvolle Zeit verstreichen und setzte einige Änderungen durch: er formalisierte die Besprechung des Einsatzes um sicherzugehen, dass seine Piloten wussten, was von ihnen erwartet wurde und was ihre Aufgabe im Einsatz war; während Patroullienflügen ordnete er seine Flugstaffel in Rotten (2 Flugzeuge) an, die in verschiedenen Höhen flogen, um einen möglichst großen Bereich abzudecken und um sicherzugehen, dass so viele Rotten wie möglichst sich gegenseitig schützten. Er stellte zudem fest, dass deutsche Jagdflugzeuge gezielt sowjetische Flugzeuge angriffen, die wegen eines leeren Tanks oder ohne Munition zurück zum Flugfeld mussten. Golubew stellte sicher, dass diese verwundbaren Flugzeuge auf ihren Heimflug geschützt wurden.

Seine Anstrengungen trugen bald Früchte - die 3. Staffel wurde die erfolgreichste im gesamten Regiment. Am 12. März schoss Golubew zwei Bf 109 F in einem einzelnen Gefecht ab - eine bruchlandete auf dem Flugfeld der 3. Staffel; der Pilot - ein Fliegerass mit 26 Luftsiegen - starb kurz darauf. Es war Golubews 15. Luftsieg.

Nur Tage später wurde das 13. Jägerregiment wegen seiner Tapferkeit und Erfolge umbenannt in das 4. Garde-Jägerregiment. Im Herbst wurde Golubew stellvertretender Befehlshaber des Regimentes und kurz darauf bekam er seinen ersten Titel “Held der Sowjetunion” verliehen. Im Januar 1943 wurde das Regiment endlich aus dem Fronteinsatz genommen und mit den neuen La-5 Jagdflugzeugen ausgestattet. Dies war längst überfällig geworden, da das Regiment immer noch mit der überholten I-16 kämpfte - aber selbst mit diesem veralteten Flugzeugmuster konnte Golubew zwei Fw 190 abschießen. Mit dem neuen Flugzeug konnte Golubew seine Siegesserie gegen die deutschen und finnischen Gegner fortsetzen. Am Ende des Krieges wurde Golubew das Kommando über das 4. Garde-Jägerregiment übertragen.

Eine spätere La-7 in War Thunder, das Golubev
am Ende des Krieges benutzt hat

Trotz seinen neuen Aufgaben als Befehlshaber flog Golubew weiterhin Einsätze. Im Februar 1944 schoss er eine Bf 110 ab - sein 38. Luftsieg - aber das feindliche Flugzeug explodierte so dicht an Golubews Jagdflugzeug, dass Trümmerteile der Bf 110 im Flügel und in den Zylindern im Motor gefunden wurden und Golubews linkes Trommelfell platze. Im Juni 1944 errang er seinen 39. und letzten Luftsieg - eine Fw 190 - über dem Finnischen Meerbusen.

Golubew diente in den WWS (Wojenno-wosduschnye sily SSSR, dt. Militärische Luftstreitkräfte der Sowjetunion) bis zum Ende des Krieges, sein Regiment beendete den Konflikt ausgerüstet mit den Jagdflugzeugen vom Typ La-7. Er verblieb weiterhin beim Militär. 1951 schloss er die Militärakademie des Generalstabes der Streitkräfte der UdSSR ab und kommandierte die Luftdivision der Nordflotte. Er verließ den Dienst im Range eines Generalleutnants, wurde Dozent an der Militärakademie des Generalstabes und war leitender Verteidigungsberater Ägyptens zwischen 1968 und 1970.

In Erinnerung bleibt Wassili Fjodorowitsch Golubew mehr als großer Anführer und kluger Taktiker als für seine Erfolge als Jagdpilot. Er wurde zwei Mal mit dem Titel “Held der Sowjetunion” ausgezeichnet, zwei Mal mit dem Leninorden und nicht weniger als sieben Mal mit dem Rotbannerorden. Er flog 589 Einsätze im Zweiten Weltkrieg, errang 39 eigene Luftsiege und war an 12 weiteren beteiligt (einige Quellen geben verschiedene Zahlen an). Er verstarb am 17. April 2001.


Über den Autor

     

Mark Barber, historischer Berater bei War Thunder

Mark Barber ist Pilot bei den Luftwaffenverbänden der Royal Navy des Vereinigten Königreichs. Sein erstes Buch wurde von Osprey Publishing 2008 verlegt. In der Zwischenzeit hat er einige weitere Titel für Osprey geschrieben und auch Artikel in verschiedenen Magazinen, z.B. im Luftfahrtmagazin "Flypast", veröffentlicht. Sein Hauptinteresse gilt der britischen Marinefliegerei im Ersten und Zweiten Weltkrieg und der Geschichte des RAF Fighter Command im Zweiten Weltkrieg. Für Gaijin Entertainment ist er als historischer Berater tätig und darüber hinaus in den historischen Bereichen des War Thunder Forums aktiv. Regelmäßig schreibt er die Artikel zum "Ass des Monats".


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