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Die North American F-82 Twing Mustang
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'F-82E Twin Mustang in Alaskan Air Command, 1952' Tarnastrich von  RMK18 | hier herunterladen


Der Zweite Weltkrieg markierte den Höhepunkt der propellergetriebenen Revolverhelden; Kolbenjagdflugzeuge, die sich gegenseitig an den verschiedensten Schauplätzen des Weltkrieges in der Luft duellierten. Dieses 'goldene Zeitalter' des Luftkampfes führt bis heute zu Debatten, welches Flugzeug das beste kolbengetriebene Jagdflugzeug des Krieges war. Die North American P-51 Mustang ist ohne Zweifel einer der Anwärter auf den Titel; ein hervorragendes Flugzeug, welches Geschwindigkeit, Handhabung und Feuerkraft mit einer unglaublichen Reichweite verband. Dies führt zu der einen Frage: eines der ikonischsten und erfolgreichsten Jagdflugzeuge der Geschichte, bekannt für seine tödliche Schönheit, doch warum genau könnte jemand meinen, dass es den Titel auch wirklich verdient hat?

North American XP-82 Twin Mustang 44-83887
auf dem Testflug über Sierras, 1945.

Die Entstehungsgeschichte der P-51 sind nicht annähernd so eindrucksvoll wie seine Glanzzeit in den letzten beiden Kriegsjahren. Von allen Qualitäten des Flugzeugs, war wahrscheinlich die – sicherlich von amerikanischen Bomberbesatzungen – am meisten geschätzte die große Einsatzreichweite. Mit der Entwicklung der B-29 Superfortress, welche die Reichweiten der B-17 und B-24 locker überstieg, konnten aber selbst die mächtige Mustang und die P-38 nicht mehr in solch langen Einsätzen mithalten, daher wurde ein neues Jagdflugzeug zum Jagdschutz gebraucht. Die kreativen Köpfe bei North American Aircraft wurden beauftragt, ein Konzept für ein Langstreckenbegleitjagdflugzeug zu entwerfen.

Eine Doppelrumpfbauweise – eigentlich sehr unkonventionell – war damals in der Tat nicht gänzlich unbekannt und besaß eine Reihe von Vorteilen für den angestrebten Verwendungszweck. Mit zwei Rümpfen konnte eine größere Menge Treibstoff mitgeführt werden, zusätzlich zu den Tanks in den Flügeln und im Verbindungsflügel zwischen den Rümpfen. Durch die verstärkten Flügel war es auch möglich, externe Abwurftanks mitzuführen. Die Entwicklung basierte stark auf der P-51, der Rumpf wurde hinter der Pilotenkanzel verlängert, um die Treibstoffkapazität zu erhöhen.

North American Aircraft hatte nun einen sensiblen Balanceakt auszuführen. Auf einer Seite musste das Flugzeug so leicht wie möglich sein. Nicht nur für ein günstiges Leistungs-/Gewichtverhältnis für die Reichweite, sondern auch für eine gute Flugleistung. Auf der anderen Seite musste viel Rücksicht auf die komplexen Verhältnisse eines mehrmotorigen Flugzeugs genommen werden, welches unkonventionell entworfen wurde. Wie war das Flugzeug steuerbar, wenn eines der Triebwerke, wenn nicht sogar beide ausfielen? Welche Konfiguration der Motoren war am effektivsten – Propeller die sich in gleicher Richtung drehten oder gegeneinander?

27th FW NA F-82E Twin Mustangs,
zusammen mit Boeing B-29 Superfortress
bei Kearney AFB, Nebraska.

Aber damit nicht genug, denn auch nachdem diese Frage beantwortet war blieb die Entscheidung darüber, welche Heckkonfiguration die bestmögliche Kontrolle erlauben würde. Auch die Fragen bezüglich des Schwerpunktes und der Gesamtmasse, sowie der Cockpitgestaltung wurden mit einbezogen, aber nach genügend Abwägen entschied man sich dafür in beiden Cockpits alle Instrumente zu belassen um es den Piloten zu erlauben sich abzuwechseln und so die Arbeit auf langen Eskortmissionen zu teilen.

Nach einigem Ausprobieren und immer wieder auftauchenden Kinderkrankheiten hatte der Prototyp XP-82 im Juni 1945 seinen Jungfernflug.

Die P-82 wurde zwar in der letzten Phase des Krieges produziert, nahm aber nicht mehr an den Kampfhandlungen teil. Es schaffte es im Februar 1947 aber dennoch in die Schlagzeilen für seinen Rekordflug von Hawaii nach New York – eine Strecke von etwa 8050 Km – welcher ohne Auftanken bewältigt wurde. Bis heute stellt dies den längsten Flug eines kolbengetriebenen Jagdflugzeuges ohne Auftanken dar und den schnellsten Flug über eine solche Distanz für alle Kolben getriebenen Flugzeuge noch dazu. Wie vielen anderen amerikanischen Jägern erging es auch ihr 1948 und sie wurde modernisiert zur F-82; dabei wurde die Rolle nun von ‘Pursuit’ (Verfolger) zu ‘Fighter’ (Jäger) geändert. Leider wurde dabei aber auch ihre Leistung reduziert, da man die Kosten für den Lizenzbau des britischen Merlin Triebwerkes erhöht hatte und so auf günstigere Allison V-1710 Triebwerke zurückgegriffen wurde.

F-82 Twin Mustang der USAF,
F-82F AF Ser. No. 46-0415,
auf der Ladd AFB, Mai 1953.

Auch mit dem Ende des Konfliktes mit Deutschland und Japan würde lediglich ein neuer Konflikt diesen Platz in der amerikanischen Außenpolitik füllen – der Kalte Krieg gegen die Sowjet Union und ihre Bündnispartner. Die F-82 rückte nun wieder ins Zentrum des Interesses mit ihren strategischen Möglichkeiten; sie würde Eskorte sein falls Bomber in das Herz der Sowjet Union selbst vorstoßen müssten. Mit dem Dienstantritt der Sowjetischen Strahljäger wurde es aber schnell klar, dass Kolben getriebene Flugzeuge nur wenig Chancen hätten gegen die neue Generation, ganz egal ob Bomber oder die sie verteidigenden Jäger.

Man fand aber eine andere Aufgabe für die F-82 Twin Mustang. Durch die Konfiguration mit zwei Piloten und der Möglichkeit eine große Zuladung zu tragen, bewies sich die F-82 als geeignete Plattform um mit Radar ausgerüstet zu werden und den Nachtkampf zu führen. Es waren zur Nachtjagd optimierte F-82Gs des 68. Jagdgeschwaders welche, in den frühen Stunden des 25. Juni 1950, die ersten Luftschläge im Koreakrieg durchführten. Auch die ersten Abschüsse von Flugzeugen in diesem Konflikt gehen an die F-82. Am 27. Juni schossen F-82 der 339. Jagdstaffel (zugehörig zum 68.), während einer Eskorte von C-54 Transportflugzeugen, eine Yak-11 und zwei La-7 ab. Neben dem Fliegen von Eskorten und der Rolle als Nachtjäger, wurde die F-82 auch erfolgreich als Schlachtflugzeug während des Konfliktes eingesetzt.

Doch trotz ihres tapferen Kampfes waren die Tage der Twin Mustang gezählt und ihr Ende nah. Ein nonkonformistischer Kolben getriebener Jäger hatte einfach keinen Platz in der Welt der Strahljäger und so 1953 die letzte F-82 endgültig ausgemustert. Heute ist nur von fünf Rahmen der Verbleib bekannt von etwa 270 produzierten. Es wird versucht zwei von ihnen bis zur Flugfähigkeit zu restaurieren.


Mit einem kommenden Update werden wir das Abzeichen des '68. Kampfgeschwaders' hinzufügen:

Abzeichen von Jej 'CharlieFoxtrot' Ortiz

 


Über den Autor

     

Mark Barber, historischer Berater bei War Thunder

Mark Barber ist Pilot bei den Luftwaffenverbänden der Royal Navy des Vereinigten Königreichs. Sein erstes Buch wurde von Osprey Publishing 2008 verlegt. In der Zwischenzeit hat er einige weitere Titel für Osprey geschrieben und auch Artikel in verschiedenen Magazinen, z.B. im Luftfahrtmagazin "Flypast", veröffentlicht.  Sein Hauptinteresse gilt der britischen Marinefliegerei im Ersten und Zweiten Weltkrieg und der Geschichte des RAF Fighter Command im Zweiten Weltkrieg. Für Gaijin Entertainment ist er als historischer Berater tätig und darüber hinaus in den historischen Bereichen des War Thunder Forums aktiv. Regelmäßig schreibt er die Artikel zum "Ass des Monats".


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