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Panzerbrechende Geschosse
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Nach dem Ersten Weltkrieg durchgingen die kurz zuvor eingeführten Panzer eine rasche Entwicklung. Da ihre Panzerung immer stärker wurde, wurde der Bedarf an einer geeigneten panzerbrechenden Munition immer merkbarer. In der Zwischenkriegszeit begann die Entwicklung verschiedener Typen von panzerbrechenden Granaten, die während des Zweiten Weltkrieges fortgeführt wurde.

Britische APCBC-Granate mit erkennbarer
Sprengkapsel im Diagramm

Die einfachste Granate war die normale ‘panzerbrechende Granate’ (AP für ‘Armor-Piercing’), ein so-genanntes ‘Wuchtgeschoss’. Im Normalfall bestand sie aus einer harten Stahlsorte und sollte allein mit ihrer kinetischen Energie die feindliche Panzerung durchbrechen. Dadurch war sie auf eine ausreichende Mündungsgeschwindigkeit angewiesen und verlor an Durchschlagsleistung, je größer die Distanz zum Ziel wurde. Da normaler Stahl nach dem Aufprall auf der Panzerung zersplittern oder sich deformieren würde, erhielt die Granate im Herstellungsprozess einen hohen Kohlenstoffanteil zur Verbesserung ihrer Härte. Beim Aufprall verursachte sie neben ihrer Wuchtwirkung auch Schaden durch die Splitter, die beim Zerbersten der durchschlagenen Panzerung und Deformation des Geschosses entstanden. Ein typisches Beispiel ist die amerikanische 7,5 -cm-Granate 'M72' und die sowjetische 4,5-cm-Granate 'BR-243SP'.

Als begonnen wurde, Panzerplatten auf der Oberseite zu härten, hatten gewöhnliche panzerbrechende Wuchtgeschosse (AP) vermehrt Probleme, diese verlässlich zu durchschlagen. Häufig prallten die Granaten auf solchen Oberflächen ab oder zersplitterten nahezu wirkungslos beim Aufschlag. Als Gegenmaßnahme wurde eine Schutzkappe entwickelt, die auf die panzerbrechende Granate aufgebracht wurde. Dieses panzerbrechende Wuchtgeschoss mit Schutzkappe (APC für ‘Armor-Piercing Capped’) behielt die meisten Charakteristika der normalen panzerbrechenden Munition bei, die Schutzkappe war an der Spitze allerdings sehr hart und am restlichen Körper weich - dadurch wurde die darunterliegende Spitze der eigentlichen Granate beim Aufprall vor dem Zersplittern oder Abprallen geschützt. Ein typisches Beispiel ist die amerikanische 3,7-cm-Granate 'M51'.

Panzerbrechende Wuchtgeschosse (AP) insbesondere mit Schutzkappe (APC) waren effektiv gegen Panzerung, in ihrer Form aber häufig unaerodynamisch. Vor allem der erhöhte Luftwiderstand durch die Schutzkappe führte zu einem Verlust an Geschwindigkeit, effektiver Reichweite und damit Durchschlagsleistung und minderte damit ihren eigenen Nutzen. Diesem Problem wurde begegnet, indem panzerbrechenden Granaten mit und ohne Schutzkappe eine so-genannte 'ballistische Haube' hinzugefügt wurde. Die ballistische Haube wurde normalerweise aus sehr weichem Stahl oder einem anderen, leichten Material gefertigt und entweder direkt auf dem Wuchtgeschoss (APBC für ‘Armor-Piercing Ballistic Capped’) oder auf der Schutzkappe befestigt (APCBC für ‘Armor-Piercing Capped Ballistic Capped’). Ihr Aufbau verbesserte die Aerodynamik des Geschosses und verbesserte so Flugstabilität, Reichweite und damit auch Durchschlagsleistung. Beim Aufprall zersplitterte die Haube ohne großen Widerstand, was in sich selbst weder positiven noch negativen Effekt auf die Wirkung der Granate hatte.  Ein typisches Beispiel für ein panzerbrechendes Wuchtgeschoss mit ballistischer Haube (APBC) ist die sowjetische BR-350SP; für ein panzerbrechendes Wuchtgeschoss mit Schutzkappe und ballistischer Haube (APCBC) lässt sich die deutsche 7,5-cm-'Panzergranate 39' nennen. Die Pzgr. 39 verfügt allerdings zusätzlich über eine Sprengkapsel, was uns zum nächsten Thema führt.

Natürlich sollte nicht nur mehr Durchschlagskraft erreicht werden, sondern auch das Zerstörungspotential der Granate beim erfolgreichen Durchschlag durch die Panzerung maximiert werden. Dazu wurde mit dem Hinzufügen einer Explosivladung, häufig Sprengkapsel genannt, experimentiert. Im Wuchtgeschoss wurde dabei ein Hohlraum geschaffen, der mit Sprengstoff gefüllt und mit einem Zünder versehen wurde. Nach dem Durchschlag wurde der Zünder zeitverzögert ausgelöst und explodierte damit im Kampfraum des feindlichen Panzers. Dies führte häufig zu einem tödlichen Splitterregen im Innernraum, war aber nicht ohne Nachteil. Denn die freigelegte Kammer im Inneren der Granate wirkte sich negativ auf die strukturelle Stärke des Geschosses aus; sie neigte beim Aufprall also eher zum Zersplittern. Explosivladungen bzw. Sprenkapseln wurden in viele Granatentypen eingebaut, insbesondere in APCBC-Granaten - so auch in die bereits genannte 7,5-cm-Pzgr. 39, die mit 18 Gramm Sprengstoff ausgestattet wurde. Im Fall der APCBC-Granaten wurde die Kurzbezeichnung häufig nicht geändert, in einigen Fällen werden sie aber auch als APCBC-HE geführt. Wurde ein gewöhnliches panzerbrechendes Wuchtgeschoss (AP) mit (häufig größerer) Explosivladung bestückt, so wurde sie als panzerbrechende Hochexplosivgranate (APHE für ‘Armor-Piercing High Explosive’) bezeichnet - ein typisches Beispiel dafür ist die sowjetische 5,7-cm-Granate 'BR-271K'. Wurde hingegen ein panzerbrechendes Wuchtgeschos mit ballistischer Haube (APBC) mit Explosivladung ausgestattet, so wurde sie dementsprechend als panzerbrechende Hochexplosivgranate mit ballistischer Haube (APHEBC für ‘Armor-Piercing High Explosive Ballistic Capped’) bezeichnet - hier lässt sich als typisches Beispiel die sowjetische 15,2-cm-Granate 'BR-540B' aufführen.

Unterschiedliche sowjetische Hartkerngeschosse

Mit dem aufkommen immer stärker gepanzerter Fahrzeuge wurde auch die Notwendigkeit nach einer immer höheren Mündungsgeschwindigkeit für maximale Durchschlagsleistung deutlich - und zunehmend zu einem Problem. Die Treibladung musste damit immer stärker und/oder größer werden, was nicht nur unpraktikabel (Verschleiß des Geschützes) sondern auch teuer war (Umbau der Geschütze, zusätzlicher Sprengstoffbedarf). Als Alternative bot sich die Verkleinerung des Geschosses und Veränderung dessen Aufbaus an, was mit dem Konzept des panzerbrechenden Hartkerngeschosses (APCR für ‘Armor-Piercing Composite Rigid’) umgesetzt wurde. Die Idee dahinter war, beim Aufprall auf die Panzerung größere kinetische Energie auf eine kleinere Fläche zu konzentrieren. Dafür musste das Geschoss jedoch unglaublich hart und dicht sein, um nicht beim Aufprall auf die Panzerung zu zerbersten, wofür sich beispielsweise das relativ seltene Wolframcarbid anbot. Dieser unterkalibrige Penetrationskörper wurde dann mit einem Mantel aus weichem Leichtmetall, wie zum Beispiel Aluminium, umgeben und damit auf Kalibergröße geformt. Der Mantel stabilisierte das Geschoss während des Flugs und zersplitterte nahezu wirkungslos beim Auftreffen auf die Panzerung. Angetrieben von einer normalen Treibladung für Granaten des entsprechenden Kalibers entstand so ein Geschoss, das äußerst leicht war und dessen Hartkern die gesamte kinetische Energie auf einen kleinen Aufschlagpunkt konzentrierte. Die hohe Mündungsgeschwindigkeit sorgte für einen drastischen Anstieg der Durchschlagsleistung im Vergleich zu gewöhnlichen ‘normalkalibrigen’ Panzergranaten, war jedoch nicht ohne Nachteile. So litten Hartgerngeschosse an einem vergleichsweise hohen Verlust an Durchschlagsleistung auf größere Distanz, da ihr geringes Gewicht die kinetische Energie schlechter erhalten konnten. Die kleine Spitze des Geschosses führte zudem verstärkt zu Abprallern, insbesondere bei ungünstigem Aufschlagwinkel. Auch war die Integration einer Explosivladung dem Konzept des Geschosses widersprüchlich, da ein Hohlraum die Struktur des Penetrationskörpers zu stark geschwächt hätte. All dies führte dazu, dass das leichte Hartkerngeschoss zwar problemlos Panzerung durchschlagen konnte, die folgende Schadenswirkung aber nur begrenzt war. Die geringe Masse führte nur zu geringer Splitterwirkung und das fehlen einer Explosivladung nahm auch hier weiteres Schadenspotential vom Geschoss. Als typisches und berühmtes Beispiel lässt sich hier die deutsche 'Panzergranate 40' eines beliebigen Kalibers nennen.

Eine logische Weiterentwicklung der klassischen Hartkerngeschosse (APCR) stellten die sogenannten Hartkerngeschosse mit Treibkäfig (APDS für ‘Armor-Piercing Discarding Sabot’) dar. Hier wurde der unterkalibrige Penetrationskörper nicht mit einem Mantel aus Leichtmetall umgeben, sondern mit einem so-genannten Treibkäfig auf Kalibergröße gebracht, der sich nach dem Abfeuern des Geschosses vom Penetrator löste. Hartkerngeschosse mit Treibkäfig verfügten über eine noch höhere Durchschlagsleistung als normale Hartkerngeschosse, teilten sich aber gleichen, teilweise sogar noch stärker ausgeprägten Nachteile: Schlechtes Schadenspotential nach erfolgreichem Durchschlag, sowie hoher Leistungsabfall auf große Entfernung und relativ hohe Empfindlichkeit gegenüber angewinkelter Panzerung. Historisch wurden diese Geschosse in geringen Mengen von der britischen Armee als Munition für ihre 17-Pfünder-Geschütze eingeführt. Im Spiel ist diese Munitionsart gegenwärtig in Form der amerikanischen 7,6-cm-Granate 'M331A2' für den M41A1 Walker Bulldog verfügbar.

Deutsche Hohlladungsgranaten im Kaliber 10,5 cm

Neben den klassischen, panzerbrechenden Granaten lässt sich an dieser Stelle auch die panzerbrechende Hohlladungsgranate (HEAT für High Explosive Anti Tank) aufführen. Anders als bei klassischen Wuchtgeschossen war der Einfluss der Mündungsgeschwindigkeit auf das Durchschlags- und Schadenspotential bis zu einem gewissen Mindestwert vernachlässigbar, wodurch diese Granatenart gleichbleibende Durchschlagsleistung auf allen Kampfentfernungen ermöglichte. Bei der Hohlladungsgranate wurde eine kegelförmige Metalleinlage aus sehr dichtem Material (im Zweiten Weltkrieg in der Regel Kupfer) mit Sprengstoff umgeben. Detonierte die Sprengladung, so bildete sich ab der Spitze des Metallkegels ein ‘Speer’ aus kaltverformtem Metall, der als ‘kumulativer Metallstrahl bezeichnet wurde. Dieser Metallstrahl erreicht bisweilen Geschwindigkeiten von 7 bis 10 Kilometern pro Sekunde, was beim Auftreffen auf die Panzerung oder anderen Objekten zu einer immensen Druckbildung führte. Entsprechend den Gesetzen der Hydrodynamik war es dabei möglich, dass der Metallstrahl diese Objekte wie eine Flüssigkeit durchstoßen konnte, was zu verheerenden Schäden an den betroffenen Komponenten geführt hat. Da der Metallstrahl jedoch im Durchmesser sehr klein war, war das Schadenspotential an umliegenden Komponenten und gegenüber der (nicht vom Strahl erfassten) Besatzung nur begrenzt. Zwar konnten Splitterwirkung und brennende Partikel des vom Strahl getroffenen Materials Besatzung und Module verwunden oder beschädigen, doch entgegen der weit verbreiteten Meinung waren vor allem die mit Unterschallgeschwindigkeit nachströmenden Explosionsgase für die eigentliche Schadenswirkung der Hohlladungsgranate weitestgehend irrelevant. Was der Hohlladungsgranate ihre Tödlichkeit verlieh, war die hohe Wahrscheinlichkeit des in Brand setzen von Munition und Kraftstoff in Flugrichtung des Metallstrahls. Die kombinierten Eigenschaften der Hohlladungsgranate, vor allem die geringe Mündungsgeschwindigkeit, machten sie besonders effektiv für die Verwendung in Infanteriewaffen zur Panzerbekämpfung. Als Granate für Panzergeschütze zeichnete sie sich ebenfalls in ihrer Wirksamkeit aus - wenngleich dort die niedrige Mündungsgeschwindigkeit von großem Nachteil hinsichtlich Flugbahn und Genauigkeit war. Auch boten Panzerschürzen von relativ schwacher Stärke einen vergleichbar guten Schutz. Als Beispiel für eine typische Hohlladungsgranate lässt sich die deutsche 7,5-cm-Granate 'Gr.Hl/A' nennen.


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