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Sqn. Ldr. Stanislaw Skalski
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'Spitfire Mk. IXc, ZX-6, EN315, Sqn Ldr Stanisław Skalski, Tunesien, Nordafrika (Frühjahr 1943)' von KENZO | hier herunterladen


Stanislaw Skalski wurde am 27. November 1915 in Kodyma geboren. Diese Stadt liegt im Süden der heutigen Ukraine. Nach der russischen Revolution von 1917 schickte ihn sein Vater mit seiner Mutter ins damalige Polen nach Sbarasch. Nachdem er über Rumänien nachzog, war die Familie im Jahr 1927 wieder vereint. Bevor er seinen Abschluss an der Warschauer Schule für politische Wissenschaften seinen Abschluss machte, besuchte er die Hochschule in Dubno. 1934 entdeckte er durch Segelflugzeuge seine Liebe zur Luftfahrt. Ein Jahr später versuchte er sich das erste Mal an Motorflugzeugen. 1936 trat er dann im Alter von 20 Jahren der polnischen Luftwaffe bei.

 

 W/Cmdr Stanisław Skalski mit General Kazimierz Sosnkowski  und Air Marshal
Arthur Coningham

Nach zweijähriger Offiziersausbildung in Deblin ging Skalski im August 1938 in den aktiven Dienst und wurde zum 4. Luftregiment in Torun versetzt. Hier trat er in die Reihen der 142. Staffel, die auch als die “Fliegenden Enten” bekannt war und mit Jägern von PZL ausgerüstet war. Zum Zeitpunkt der deutschen Invasion Polens war Skalski ein hoch qualifizierter Pilot und im Umgang mit seiner PZL P.11 sehr erfahren. Skalski erzielte am ersten Tag des Zweiten Weltkrieges einen bestätigten gemeinsamen Abschuss einer Henschel HS 126 und einige Historiker schreiben ihm sogar den Abschuss des ersten deutschen Flugzeug des gesamten Konflikts zu. Allerdings ist letzteres umstritten. Nach der Eroberung Polens hatte Skalski aber fünf oder sechs Luftsiege errungen und gilt darum als das erste alliierte Ass des Krieges.

 

Trotz des heroischen Widerstands von Skalski und dessen Landsleuten war Polen nicht in der Lage, sich lange gegen die überwältigende Kraft der deutschen Kriegsmaschine zu wehren. Skalski verließ sein Land über die rumänische Grenze und gelangte über das Mittelmeer im Januar 1940 schließlich Großbritannien. Er trat dort der RAF als Pilot bei und nach der Umschulung auf die dort eingesetzten Flugzeugtypen wurde er im August zur 501. Staffel versetzt. Diese operierte innerhalb der 11. Gruppe von Gravesend aus und verwendete zu diesem Zeitpunkt die Hawker Hurricane.

 

Skalskis erster Luftsieg bei der RAF erfolgte am 30. August 1940 an einer He 111. Am nächsten Tag folgte der bestätigte Abschuss einer Bf 109E und am 2. September konnte er zwei deutsche Jäger vom Himmel holen. Drei Tage später startete die 511. Staffel von Gravesend aus, um eine große Formation deutscher Bomber und ihren schweren Jagdschutz abzufangen. Skalski setzte eine Heinkel 111 in Brand und diese ging zu Boden, danach kurvte er ein und attackierte eine Bf 109. Deren Piloten zwang er zum Ausstieg mit dem Fallschirm.

 

Als er abdrehte, wurde er von einer weiteren Bf 109 attackiert. Seine Maschine wurde schwer getroffen und der Motor geriet in Brand. Die Flammen schlugen bis ins Cockpit und seine Hurricane geriet außer Kontrolle. Obwohl sein Jäger in dieser Beziehung keinen guten Ruf hatte, konnte er seine Kabinenhaube öffnen und sich trotz schwerer Verbrennungen mit dem Fallschirm retten. Er verbrachte daraufhin sechs Wochen im Krankenhaus, bevor er nach langem und sturen drängen seinerseits an die Front zurückkehrte. Zu diesem Zeitpunkt war er aber noch nicht vollständig geheilt und da er darum nicht in der Lage war zu rennen, verbrachte er seine Tage im Cockpit sitzend um schnellstmöglich aufsteigen zu können. Für seine Tapferkeit während der Schlacht um England erhielt er von der polnischen Exilregierung den angesehenen Virtuti Militari.

 

Im März des Jahres 1941 wurde Skalski zur 306. (Torun) polnischen Jagdstaffel versetzt. Im Sommer wurde er zum Flight Lieutenant befördert und erhielt den Posten eines Flight Commanders. Die Staffel wurde außerdem auf Spitfires umgerüstet und er errang bei offensiven Jagdflügen über Nordfrankreich fünf weitere Luftsiege über deutsche Flugzeuge. Daraufhin erhielt er das polnische Krzyż Walecznych (Kreuz der Tapferkeit) und das britische British Distinguished Flying Cross. Im März 1942 wechselte er zur 316. (Warschau) polnischen Jagdstaffel. Diese operierte mit ihren Spitfire Mk.V vom RAF Stützpunkt Northolt aus. Dort schoß er seine erste Fw 190 ab.

 

Zwei Monate später wurde er zum Staffelführer der 317. polnischen Jagdstaffel ernannt. Diese operierte ebenfalls von Northolt aus. Er kommandierte die Staffel für fünf Monate, dazu gehörte auch die Luftunterstützung für den katastrophalen Landungsversuch bei Dieppe. Dort holte seine Staffel sieben deutsche Flugzeuge vom Himmel. Nach Jahren des ununterbrochenen Kampfes wurde Skalski schließlich im November 1942 von der Front abgezogen und zum leitenden Fluglehrer der 58. operativen Trainingseinheit auf dem RAF Stützpunkt Grangemouth ernannt.

 

Fotographie der Mustang III, geflogen von
Wing Commander Stanisław Skalski

Anfang 1943 kehrte er an die Front zurück und stellte die Einheit auf, die heute als die legendärste polnische Kampfeinheit bekannt ist. Die bestand aus 15 der besten polnischen Jagdpiloten. Nach der Aufstellung wurde die PFT (Polish Fighting Team – polnische Kampfeinheit) zum Flugfeld Bu Gara, welches etwa 250 Kilometer westlich von Tripolis lag, verbracht und begann im März mit seinen Angriffsoperationen. Die PFT, oder wie sie auch bald genannt wurden, der „Zirkus Skalski“ (Skalski´s Circus) waren stark in die Luftkämpfe über der Wüste verwickelt. Dies fand im Mai mit der Kapitulation der deutschen Truppen in der Region aber bald sein jähes Ende. In dieser Zeit fielen an die Spitfires der PFT etwa 25 bestätigte Luftsiege (manche Quellen sprechen von bis zu 30). Dabei ging ein eigener Pilot verloren und geriet in Kriegsgefangenschaft.

 

Im Juli 1943 erhielt Skalski das Kommando über die 601. Staffel. Diese operierte mit ihren Spitfires vom auf Malta gelegenen Luqa aus. Am Ende des Monats wechselte die Staffel zum sizilianischen Pachino. Kurz nach dem Erhalt der zweiten Spange zu seinem DFC, welches er für seine Führung während der Invasion von Sizilien und Italien erhielt, wurde er zum Geschwaderkommandanten befördert. Er übernahm das Kommando über das 131. (polnische) Geschwader. Dieses flog überwiegend mit Spitfires vom RAF Stützpunkt Northolt aus. Im April 1944 übernahm er das Kommando über das 133. (polnische) Geschwader. Dieses hatte Mustangs im Einsatz. Während dieser Zeit flog er überwiegend Langstreckeneskorte für die über dem Reichsgebiet operierenden Bomberströme und Bodenangriffe während der Eroberung der Normandie. Seine operative Karriere als Kampfpilot bei der RAF endete im September 1944. Die letzten sechs Kriegsmonate war er mit Stabsaufgaben in den USA betraut.

 

Nach dem Krieg kehrte Skalski nach Polen zurück und trat während der polnischen Luftwaffe während ihrer Nachkriegstransformation bei. 1972 trat er im Rang eines Brigadegenerals in den Ruhestand und wurde lebte als Präsident des polnischen Luftfahrtvereins allein in Warschau. 2004 verstarb er. Die Quellen sind sich bei seiner letztendlichen Anzahl seiner Luftsiege nicht einig und variieren zwischen 18 und 22 und damit ist er einer der besten Pilotenasse Polens. Man erinnert sich an ihn als einen Mann mit eiserner Entschlossenheit und großem Mut und an seine Tapferkeit in der Luft und der Loyalität für die Männer an deren Seite er kämpfte.


Über den Autor

     

Mark Barber, historischer Berater bei War Thunder

Mark Barber ist Pilot bei den Luftwaffenverbänden der Royal Navy des Vereinigten Königreichs. Sein erstes Buch wurde von Osprey Publishing 2008 verlegt. In der Zwischenzeit hat er einige weitere Titel für Osprey geschrieben und auch Artikel in verschiedenen Magazinen, z.B. im Luftfahrtmagazin "Flypast", veröffentlicht.  Sein Hauptinteresse gilt der britischen Marinefliegerei im Ersten und Zweiten Weltkrieg und der Geschichte des RAF Fighter Command im Zweiten Weltkrieg. Für Gaijin Entertainment ist er als historischer Berater tätig und darüber hinaus in den historischen Bereichen des War Thunder Forums aktiv. Regelmäßig schreibt er die Artikel zum "Ass des Monats".


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