War Thunder background
Henschel Hs 129
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'Henschel Hs 129 B-2 geflogen von Lt. Walter Krause 10.(Pz)/SG 9 Tchernovtsy, Ukraine, Januar 1944 ',
Tarnanstrich von Colin "fenris" Muir über das Individualisierungs-Fenster im Spiel erwerbbar.


An Anfang des Jahres veröffentlichte Gaijin eine Reihe von Zahlen, Fakten und Statistiken über War Thunder. Diesen konnte man entnehmen, dass die Henschel Hs 129 zu diesem Zeitpunkt das am häufigsten abgeschossene Flugzeug war. Doch war die Hs 129, die auch den Spitznamen “Büchsenöffner” trug, in der Praxis wirklich so einfach zu besiegen? Welche Leistungen zeigte sie im Zweiten Weltkrieg wirklich? Und verdient sie den Titel “hässliches Entlein"?
 

Eine eroberte Henschel Hs 129 B mit Markierungen
der US Air Force auf Freeman Field, Indiana, USA

Im April des Jahres 1937 übermittelte das Reichsluftfahrtministerium vier Unternehmen die Spezifikationen für einen zweimotorigen Jagdbomber. Die Luftwaffe zu diesem Zeitpunkt für den Krieg aufgerüstet und die enge Zusammenarbeit zwischen dem Heer und der Luftwaffe bei der später als Blitzkrieg bezeichneten Taktik erforderte ein Flugzeug, welches in der Lage war, gegnerische Panzer effektiv zu vernichten. Laut den Anforderungen sollte das Flugzeug mindestens mit zwei 20 mm Kanonen bewaffnet und im Bereich des Triebwerks und am Cockpit massiv gepanzert sein. Nach den ersten Entwürfen wurden nur zwei Unternehmen, Focke-Wulf und Henschel mit der weiteren Entwicklung betraut.
 

Der Entwurf von Henschel entstand unter der Leitung von Friedrich Nicolaus und es kann ihm zumindest niemand eine gewisse Originalität absprechen. Der Rumpf wurde um einen dreieckigen Rahmen aus Leichtmetall herum aufgebaut. Dabei war das Cockpit so klein, dass tatsächlich einige der Instrumente außerhalb des Cockpits angeflanscht werden mussten. Die Flugzeugnase war schwer gepanzert und die Stärke der Frontscheibe betrug 75 mm. Damit und mit dem deutlichen Winkel der Flugzeugnase, die dem Piloten einen bestmöglichen Blick auf potentielle Bodenziele geben sollte, sehen wir Konstruktionsmerkmale die auch später immer wieder bei Flugzeugen auftauchten, die speziell für den Erdkampf gebaut wurden.
 

Im Frühjahr des Jahres 1939 startete der erste Prototyp.. Dieser wurde von den deutlich zu schwachen Argus As 410 Motoren mit 465 PS angetrieben. Vergleichsflüge mit dem Entwurf von Focke-Wulf zeigten, dass die Konstruktion von Henschel deutlich untermotorisiert war und die schlechteren Manövriereigenschaften hatte. Trotzdem wurde ein Vorserienvertrag über acht Hs 129 Flugzeuge vergeben. Die Lieferungen erfolgten 1940 an das 5. (Schlacht)/LG2. Nachdem eine Reihe von erbeuteten Gnome-Rhone 14M 4/5 Motoren zur Verfügung standen, wurde ein Teil der Vorserienflugzeuge und die erste Lieferung der neueren B-1 Variante mit diesen stärkeren 700 PS Motoren ausgestattet. Mit den neuen französischen Triebwerken und einer Reihe weiterer Änderungen, wie zum Beispiel einer neuen Cockpitverkleidung und einer elektrischen Trimmung erreichte die Hs 129 B-1 im April 1942 beim 4./SchG 1 den Fronteinsatz.
 

Auch wenn die Hs 129 an mehreren Fonten eingesetzt wurde, versah ihren Dienst doch vor allem an der Ostfront und wurde dort gegen die Roten Armee eingesetzt. Das Flugzeug erwies sich gegen Bodenfeuer als sehr widerstandsfähig. Dies war bei den Piloten eine beliebte Eigenschaft, aber die Wartung und die Wartungsfreundlichkeit der Maschine wurde schnell zu einem ernsten Problem. Dies lag teilweise am schlechten Filtersystem für die Motoren. Während dieser Umstand in Russland lediglich problematisch war, war er in den Wüsten Nordafrikas eine Katastrophe. Dorthin war nach der Niederlage bei El-Alamein eine kleine Anzahl von Hs 129 entsandt worden. Nach einem erfolgreichen dortigen Start im Jahr 1942 beim Schlachtgeschwader 2, fielen immer mehr Maschinen durch Verschleiß aus und bis Mitte Januar 1943 war keine einzige Maschine mehr einsatzbereit. Das 5./Sch.G 1 wurde ebenfalls in Nordafrika eingesetzt, erlitt aber durch die alliierten Jäger schwerste Verluste.
 

Beschädigte deutsche Henschel Hs 129 B des
5(Pz)/SG 1 auf dem El Aouiana Flugfeld, 1943

An der Ostfront kämpfte die 4./SchG 1 während der Karkov-Offensive und bei den Kämpfen um Stalingrad. Mit nur zwei Staffeln wurden dabei zwischen Mai únd August 1942 rund 2500 operative Einsätze geflogen. Anfang 1943 erlebte die Hs 129 eine Rollenänderung und flog nun meist Einsätze hinter den deutschen Linien um durchgebrochene sowjetische Panzerverbände anzugreifen. Im selben Jahr wurde auch die 30 mm Kanone erstmals verwendet und diese erlebte hierbei durch den oftmals im Kampf auftretenden Munitionsstau einen eher enttäuschenden Start. Allerdings war die Hs 129 immer noch in der Lage einen großen Einfluss auf die dramatische Schlacht um Kursk zu haben.
 

Die Einführung der 30 mm Kanone war nur eine von einer ganzen Reihe von Anpassungen die am Flugzeug vorgenommen wurden. Durch die ständige Weiterentwicklung der sowjetischen Panzerfahrzeuge musste auch die Hs 129 kontinuierlich weiter verbessert werden, um den neuen Bedrohungen begegnen zu können. Bewaffnung wurde ständig verbessert. Dazu wurden zum Beispiel zusätzliche 13 mm Maschinengewehre, die 30 mm und später die 37 mm Kanone montiert. Diese Entwicklung gipfelte schließlich im Einbau einer, für ein Flugzeug monströsen, 75 mm PaK 40. Obwohl eine kleine Anzahl anderer Flugzeuge es, vom Kaliber ihrer Bordbewaffnung her, durchaus mit der PaK 40 aufnehmen konnten, machte es die Genauigkeit und die Mündungsgeschwindigkeit der PaK 40, diese zu der mächtigsten Waffe, die im gesamten Krieg und noch viele Jahre später in einem Flugzeug eingebaut wurde. Allerdings wurde die B-3 Variante nur in sehr kleinen Stückzahlen produziert und hatte dadurch keine nennenswerten Auswirkungen auf den Kriegsverlauf. Dazu wurde sie erst im Juli 1944 in Dienst gestellt. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Luftwaffe mit immer größeren Widerstand durch die gegnerische Flak und gegnerische Jäger zu kämpfen und die Verluste bei der Hs 129 stiegen sprunghaft an. Dieser Umstand und der kritische Mangel an Treibstoff führte dazu, dass am Ende des Krieges nur noch eine handvoll Maschinen dieses Typs einsatzfähig waren.
 

Die Hs 129 war ein durchaus solides Konzept und hatte echtes Potential, aber durch eine Reihe von Faktoren, wie zum Beispiel der ungenügenden Motorisierung. (Stärkere Motoren standen zwar zur Verfügung, waren aber für die Flugzeugzelle ungeeignet.), die geringe Stückzahl und die schlechte Eignung bei widrigen Bedingungen und dem Einsatz bei fehlender Luftüberlegenheit führten zu einer wechselhaften Geschichte dieses Flugzeugs.
 

Doch trotz der wechselhaften Geschichte war das zugrunde liegende Konzept schlüssig: Ein Arsenal an Waffen für die Bekämpfung von Bodenzielen, die um eine zentrale Waffe herumplaziert sind, guter Schutz und ein gepanzertes Cockpit für den Piloten und eine Flugzeugnase die für den Einsatz im Erdkampf eine gute Sicht bietet - dies alles, gepaart mit zwei leistungsstarken Triebwerken und dem Schutz der Luftüberlegenheit führen zu einer äußerst erfolgreichen Einsatzgeschichte. Die Erbin der Hs 129 ist die A-10 “Thunderbolt” - und diese bewies im Golfkrieg von 1991, dass das Konzept hinter der Hs 129 unter den richtigen Bedingungen äußerst effektiv ist.



Über den Autor

     

Mark Barber, historischer Berater bei War Thunder

Mark Barber ist Pilot bei den Luftwaffenverbänden der Royal Navy des Vereinigten Königreichs. Sein erstes Buch wurde von Osprey Publishing 2008 verlegt. In der Zwischenzeit hat er einige weitere Tite für Osprey geschrieben und auch Artikel in verschiedenen Magazinen, z.B. im Luftfahrtmagazin "Flypast", veröffentlicht.  Sein Hauptinteresse gilt der britischen Marinefliegerei im Ersten und Zweiten Weltkrieg und der Geschichte des RAF Fighter Command im Zweiten Weltkrieg. Für Gaijin Entertainment ist er als historischer Berater tätig und darüber hinaus in den historischen Bereichen des War Thunder Forums aktiv. Regelmäßig schreibt er die Artikel zum "Ass des Monats".


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